Arbeitslosenstatistik noch falscher als bisher angenommen

Offenbar werden viele Ältere durch die Arbeitslosenstatistik nicht erfasst. Speziell bei den über 60-Jährigen liegen seit 2001 die Erwerbslosenzahlen deutlich über den Arbeitslosenzahlen. Das zeigt der aktuelle Altersübergangsreport aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Er wurde im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung und des Forschungsnetzwerks Alterssicherung erstellt.

Die IAQ-Wissenschaftler Dr. Sarah Mümken, Dr. Martin Brussig und Prof. Dr. Matthias Knuth haben geprüft, welchen Umfang Beschäftigungslosigkeit am Ende des Erwerbslebens einnimmt. Sie werteten dazu aktuelle Daten der Arbeitslosenstatistik und des Mikrozensus aus. Danach werden für die 60-bis 64-Jährigen seit 2001 kontinuierlich weniger Arbeitslose ausgewiesen als erwerbslos waren. Im Jahr 2004 standen einer Erwerbslosenzahl von 253.000 lediglich knapp 63.000 registrierte Arbeitslose gegenüber.

Die Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit sind gerade bei den Älteren nicht unbedingt ein geeigneter Indikator, um die Beteiligung oder Nichtbeteiligung Älterer am Erwerbsleben nachzuzeichnen“, meinen die IAQ-Forscher. Durch die Regelung zum erleichterten Leistungsbezug beispielsweise konnten über 58-Jährige Unterstützung bekommen, ohne in der Statistik als arbeitslos aufzutauchen. „Dass ein Auslaufen dieser Regelung Ende 2007 von einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit der Älteren begleitet wurde, ist nicht verwunderlich, sondern legt eher den Blick auf die tatsächliche Arbeitsmarktsituation frei.“

Die Reaktion dürfe jetzt nicht darin bestehen, eine neue statistische Vorschrift zu erlassen, die erneut eine Beschönigung der Arbeitslosenzahlen erlaubt. „Der tatsächlichen Beschäftigungslosigkeit muss mit konkreten Taten entgegen getreten werden“, fordern die IAQ-Wissenschaftler. „Aktive Arbeitsförderung darf Ältere nicht ignorieren“. Dieses Verhalten der Agenturen und Grundsicherungsstellen konterkariere die Appelle der Politik an die Betriebe, Ältere trotz zu erwartender relativ geringer Beschäftigungszeiten einzustellen und einzuarbeiten.

Altersübergangs-Report  –  Archiv

Quelle: idw – Pressemitteilung

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5 Antworten to “Arbeitslosenstatistik noch falscher als bisher angenommen”

  1. langerhofft Says:

    Sind die gezählten Älteren denn objektiv betrachtet tatsächlich Arbeitslose, oder handelt es sich bei der Mehrzahl nicht vielleicht eher um eine geduldete, wenn auch verschwiegene aber dennoch einvernehmliche Vorruhestandslösung?

    | „Aktive Arbeitsförderung darf Ältere nicht ignorieren“

    Aber Jobs nur wegen der Beschäftigung zu verteilen ist nicht der richtige Weg für alle. Der Ingenieur mag vielleicht noch mal Interesse verspüren durchzustarten, der einfache Arbeitslose aber wird bis zu seinem sechzigsten genügend Tritte kassiert haben und ein relativ bescheidenes Leben – aber in Freiheit – bevorzugen.

  2. no name Says:

    Schade, das Formulierungen wie „Arsch schief“ mal wieder das Bildnis des minderbemittelten Hatzers zementieren müssen.
    Vielleicht mal drüber nachdenken.

  3. Zing Says:

    alter Hut, das geht schon bei den über 50 jährigen los, die z.T. als nicht mehr vermittelbar eingestuft werden und daher auch nicht als Arbeistlos gelten. trotzdem schöm zu lesen, dass nicht alle verblödet sind und die XXXXXL Propaganda einfach schlucken

  4. Leo Says:

    wundert sich da jemand d’rüber?

    Friede und Liebe

    Leo


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