Vertafelung geht weiter

Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Soziales / Tafeln

Alarmierend: Schätzungsweise mehr als eine Million Bedürftige decken ihren Nahrungsbedarf regelmäßig an Lebensmitteltafeln. Und die Nachfrage wächst: Wöchentlich kommen zu den bislang 2500 Ausgabestellen durchschnittlich zwei hinzu. Die Hilfe durch die Tafeln hat sich längst zu einem Mammutprojekt ausgewachsen. Sogar ein Logistikbeauftragter ist nötig, der koordinieren muss, wie riesige Einzelspenden von bis zu 2000 Paletten Getränke verteilt werden können.

  Zweifellos ist es wichtig, Armen eine Ernährungsgrundlage zu bieten. Genauso wichtig ist es aber auch, den Tafel-Kunden weiter eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Indem etwa am Monatsende noch Geld übrig ist, um mit den Kindern ins Kino oder Schwimmbad zu gehen. Dafür gebührt den 40000 ehrenamtlichen Helfern sowie den Spendern aus Gastronomie, Lebensmittelindustrie und -handel uneingeschränkt Lob. [Anm.: dem schließe ich mich nicht uneingeschränkt an!!!]

  Allerdings muss sich so mancher der generösen Discounter auch fragen lassen, ob er nicht mit einer Abkehr von seiner Niedriglohnpolitik die Zahl der Tafelgänger verringern könnte. Denn zu den Bedürftigen gehören längst nicht mehr nur ALG-II-Empfänger [Anm.: Begriff geändert], Alleinerziehende und Rentner, sondern auch Vollbeschäftigte, deren Einkommen einfach nicht zum Leben reicht. Auch das ist alarmierend.

siehe auch: Bedürftigkeit als Kundenbindung

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Eine Antwort to “Vertafelung geht weiter”

  1. dieaktionsgruppesfb Says:

    hallo ihr lieben in köln, ich gebe euch vollkommen recht, es reicht mit den tafeln. hier werden leute abhängig und gefügig gemacht. auch finde ich es eine schande, dass das angebliche ehrenamtliche garnicht mehr vorhanden ist, sondern, dass bereits ganze imperien aufgebaut wurden, unter dem deckmantel der hilfe. doch hilfe sollte anders aussehen, nämlich die menschen erhobenen hauptes durchs leben zu schicken und sie nicht abhängig zu machen. deshalb sagen auch wir, tafeln übergangsweise ja, aber nicht auf dauer. denn dann richten sich viele menschen ein und sie wehren sich nicht mehr. wir aktionsgruppe mache immer noch montagsdemos und mischen seit kurzem kräftig im stadtrat mit und kreis. hier müssen wir noch mächtig aufräumen. hier wird immer noch maßnahmen als gnade verkauft, also absichtlich altersarmut geschaffen. unsere jugend haut ab, weil sie keine lust auf maßnahmen bis zum bitteren ende haben. ich kann sie sehr gut verstehen. leider lassen die soz. bewegungen im moment auch zu wünschen übrig. wir bürger sollten endlich wieder anfangen unsere eigene sprache zu sprechen und uns nicht ebenso abhängig zu machen. wo bürger angetreten sind, bei kommunalwahlen hatten sie auch immer gute erfolge. da müssen wir endlich hin, rein in die gremien und mitgemischt, aber auch weiter auf der straße aktiv bleiben. der druck muss vom volke ausgehen. also wir haben noch viel zu tun. packen wir s an.


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