Sklaverei, Menschenhandel und Zwangsarbeit sind alltäglich

Anlässlich des heutigen Welttags gegen Kinderarbeit  zeigt World Vision in einer neuen Studie auf, in welcher Weise in Asien Kinder gekauft, verkauft und für vielfältige Zwangsarbeiten eingesetzt werden.

Sklaverei, Menschenhandel und Zwangsarbeit sind leider kein Relikt der Vergangenheit und in vielen Ländern an der Tagesordnung. In Zusammenhang mit der Abwanderung der Menschen aus armen Ländern dürfte das Thema in der Zukunft noch an Brisanz zunehmennehmen mit wachsendem Migrationsdruck zu“, sagt Silvia Holten, Pressesprecherin von World Vision Deutschland. „Es handelt sich um ein riesiges Geschäft, in dem enorme Summen Geldes umgesetzt werden. In manchen Ländern könnten sich einige Unternehmen ohne diese Form der Ausbeutung nicht oder kaum aufrecht erhalten.“

Gehandelte Kinder arbeiten in vielen Wirtschaftszweigen
Mindestens 800.000 Menschen werden jährlich verkauft und zu ausbeuterischer Arbeit gezwungen, mindestens ein Drittel davon in Asien. Die Dunkelziffer liegt jedoch weit höher, da viele Fälle nicht offiziell erfasst werden. Der Missbrauch von Mädchen in der Sex-Industrie hat die weltweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen, stellt jedoch nur eine Form der Ausbeutung dar. Gehandelte Mädchen und Jungen arbeiten in Fabriken, in privaten Haushalten, in der Fischerei-Industrie und in der Landwirtschaft.

Eine Untersuchung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in der thailändischen Grenzstadt Mae Sot hat ergeben, dass 77,3 Prozent der interviewten Arbeiter Mädchen waren. Von diesen Mädchen lebten rund 30 Prozent in den Fabriken. Ein Mädchen, das in der Studie porträtiert wurde, arbeitete zwölf Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche. Sie konnte nicht nach Hause zurückkehren, weil der Fabrikbesitzer ihr Alter gefälscht und ihre Papiere einbehalten hatte. 

Verzweifelte Suche nach Jobs macht Eltern und Kinder anfällig für Lockangebote
Selbst stets auf der Suche nach Saisonjobs und Gelegenheitsarbeiten schicken arme
Familien vom Land ihre Töchter und Söhne in die Städte oder in heimische Fabriken zum Arbeiten. Die Arbeitsumstände dort sind ihnen oft nicht bekannt. Viele Mädchen arbeiten nachts auf den Straßen in Asiens größten Städten. Sie betteln oder verkaufen Blumen oder Andenken an Touristen. Wenn sie größer werden, rutschen sie oft in die Kriminalität ab. In vielen Fällen hören die Eltern nie wieder etwas von ihren Kindern.

Viele Menschen, die später in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen landen, zahlen für den Handel, der mit ihnen getrieben wird, sogar selbst. Menschenhändler und Schmuggler vermitteln sie dann an Fabriken oder sonstige zwielichtige Arbeitgeber“, erläutert Silvia Holten. „Die Menschen kommen aus ärmlichsten Verhältnissen, sie haben keine oder nur eine geringe Bildung, und meist handelt es sich um Kinder oder Jugendliche unter 30 Jahren. Auch Adoptionen sind eine Gefahr. Einige Familien verkaufen aufgrund ihrer Armut Babys und Kleinkinder, um wenigstens einige ihrer Kinder ernähren zu können.


komplette Studie „10 Things you need to know about child trafficking“ (pdf-Dokument, 2,3 MB)

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