Metro – Nach Tod der Näherin werden Kolleginnen bestraft

Wie sind keine kalten Kapitalisten„, so Metro-Chef Dr. Cortes auf der diesjährigen Metro-Aktionärsversammlung am 13. Mai in Düsseldorf. Während der Handelskonzern seine Gewinne feiert, konfrontieren VertreterInnen der Kampagne für Saubere Kleidung den Vorstand und Aufsichtsrat mit massiven Arbeitsrechtsverletzungen in der Fabrik R.L. Denim in Bangladesch. „NäherInnen müssen für einen Hungerlohn bis zu 97 Stunden in der Woche arbeiten: Dies überschreitet die von der Regierung Bangladesch festgelegte maximale Überstundenzahl um 425 Prozent,“ rechnet Sandra Dusch Silva von CIR vor. Für den Tod der 18jährigen Näherin Fatema Akter räumt Metro-Chef Cordes Bedauern ein. Offen lässt er jedoch die Frage, ob der Konzern eine Entschädigung an die hinterbliebenen Eltern zahlen wird: „Wir haben eine Untersuchungskommission, die das Thema prüft und sich auf den Weg nach Bangladesch macht.“

Dr. Cortes bestätigt in seinen Ausführungen, dass die Metro Gruppe die Fabrik R.L. Denim von der Lieferantenliste streichen wird. Dies ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der ArbeiterInnen und ein neuerlicher Bruch des Metro-Verhaltenskodex: Erst beutet man die ArbeiterInnen jahrelang gnadenlos aus – und wenn es jemand mitbekommt, flieht Metro aus der Fabrik.

Bereits 2005 wurden in der Fabrik schwerwiegende Mängel festgestellt, doch es fand keine erneute Kontrolle (Re-Audit) statt, wie es selbst das schwache Kontrollsystem der Business Social Compliance Initiative (BSCI) vorsieht, deren Mitglied Metro ist. „Menschliches Versagen seitens der Metro Gruppe“ räumt Metro Chef Cordes ein, doch zieht er daraus die Konsequenz „Eliminieren des Lieferanten„. Der Zulieferer und seine ArbeiterInnen schultern nun die Fehler, die die Metro AG zu verantworten hat.

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