Tod am Arbeitsplatz für 69 Cents am Tag

Düsseldorf (ots) – Metro feiert zur diesjährigen Aktionärsversammlung am 13. Mai steigende Umsätze trotz Finanzkrise. 18jährige Arbeiterin näht in Bangladesch bis zum Tod für Handelskette.

Die 18jährige Arbeiterin Fatema Akter aus Bangladesch nähte in der Fabrik R.L. Denim für die Metro Gruppe, zu der Real und Galeria Kaufhof gehören. Die junge Frau starb am 7. Dezember infolge des Akkordmarathons. Das Mangement hatte ihr eine Krankschreibung verwehrt. „Erst als sie bewusstlos zu Boden sank, rief die Fabrikleitung eine Motorradrikscha, um sie ins Krankenhaus zu fahren,“ so Sandra Dusch Silva von der Christlichen Initiative Romero (CIR). Neuste Recherchen des NLC in Bangladesch zeigen, dass eine Arbeiterin, die Textilien für die Metro AG näht, lediglich acht Cents in der Stunde erhält. Bei einem regulären Arbeitstag von acht Stunden sind dies 69 Cent am Tag. Dieser Lohn reicht nicht, um die Grundbedürfnisse einer Familie zu befriedigen.

Die ArbeiterInnen werden gezwungen, exzessiv Überstunden zu leisten. Für die ArbeiterInnen in der Fabrik R.L. Denim heißt dies Schichten von 13 bis 15 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche. Zwei Wochen bevor die Auslieferung an die Metro AG ansteht, müssen die NäherInnen bis zu 97 Stunden in der Woche arbeiten. „Dies überschreitet die von der Regierung Bangladeschs festgelegte maximale Überstundenzahl um 425 Prozent„, so Dusch Silva weiter. Schwangere Arbeiterinnen wurden, teilweise kurz vor der Geburt ihres Kindes, von der Fabrikleitung entlassen, um den 16-wöchigen Mutterschutz, den das Arbeitsrecht Bangladeschs vorschreibt, nicht bezahlen zu müssen.

Diese Arbeistrechtsverletzungen verstoßen gegen die Gesetze Bangladesch und auch gegen den Metro-Verhaltenskodex. „Metro ist in der Pflicht, diese Arbeitsrechtsverletzungen sofort abzustellen. Hierfür muss der Konzern seinem Lieferanten höhere Abnahmepreise zahlen, damit dieser die Arbeistrechte überhaupt finanzieren kann. Tut Metro dies nicht, entlarvt es seine CSR-Anstrengungen als reine PR-Maßnahme„, so Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero.

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