Mehr verdienen lohnt nicht immer

Ein höheres Bruttoeinkommen muss sich nicht immer lohnen, dies zeigt eine Studie des Kölner Statistikers Christoph Scheicher.

Bei der Frage nach finanzieller Gerechtigkeit legt der Bürger auf zwei Dinge Wert: Zum einen möchte er mehr Geld verdienen, wenn er mehr arbeitet. Zum anderen sollen die, die mehr verdienen auch einen größeren Anteil abgeben. Dass diese einfachen Grundsätze in Deutschland im Ergebnis der Steuern und Sozialtransfers nicht allgemein gelten, hat der Kölner Statistiker Christoph Scheicher nachgewiesen. Seine Untersuchung auf der Basis von über 25.000 Haushalten zeigt, dass beispielsweise Einpersonenhaushalte mit mittlerem Monatseinkommen zwischen 350 und 650 Euro ein niedrigeres Nettoeinkommen erhalten, wenn ihr Bruttoeinkommen steigt. Weiter stellt er fest, dass im Endeffekt die mittleren Einkommen stärker, die höheren Einkommen dagegen weniger stark belastet werden, als der Steuertarif ausweist.

Die Studie entstand am Kölner Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie unter der Leitung von Professor Dr. Karl Mosler. Zur Schätzung wurden die aktuellen Daten der EVS 2003 verwendet. Inwieweit die so genannten Reformen des Arbeitsmarktes seit 2003 diese Ergebnisse ändern, lässt sich erst nach Vorliegen neuer Daten beurteilen. Diese Frage wird Gegenstand eines Symposiums „Die Folgen von Hartz IV“ sein, das die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Statistik (DAGStat) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am 30.04.2009 in Berlin veranstaltet.

Quelle: C. Scheicher: „Does work always pay in Germany?“
Erscheint in: German Economic Review.

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