Die Enkel Josef Müllers

Josef Müller der ehemalige Bürgermeister und Postbote mit CDU-Parteibuch war in Köln dafür bekannt, dass er gerne mal gegen Arbeitslose hetzte. Jetzt nachdem Müller wegen Geldzuwendungen, für die er nicht gearbeitet hat, seine diversen Hüte nehmen musste, schien es in der Kölner CDU zunächst niemanden mehr zu geben, der sich gegen Erwerbslose positionierte. Doch gestern wurde der Bann gebrochen. In stiller Eintracht mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Mißfelder brachte die Junge Union Köln auf dem Kölner CDU-Parteitag einen Antrag ein, der ebenfalls die Entmündigung von Eltern im ALG II-Bezug vorsieht. Dass ein junger Bursche wie JU-Chef Florian Braun vielleicht nicht so genau weiß, was das für die entmündigten bedeutet und einfach nur auf die Sprüche der Unionsrattenfänger herein gefallen ist, mag man verzeihen, aber dass der Antrag mit großer Mehrheit verabschiedet wurde nicht.
Noch viel weniger allerdings, dass sich Frau Sandra Kossmann als Kandidatin für den kommenden Stadtrat hinstellt und das Wort ergreift: „Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass viele Eltern das Geld, das den Kindern zusteht, für Handys, Alkohol und Zigaretten ausgeben.“ Weiter behauptete sie, dass die Kinder hungern müssten oder keine Winterkleidung hätten.

Natürlich müssen in Deutschland Kinder hungern und haben keine Winterkleidung. Aber nur weil die Herrschaften von CDU, SPD, Grünen und FDP das so beschlossen haben. Diverse Gerichte haben erst kürzlich entschieden, dass die Bedarfssätze für Kinder und Jugendliche nicht mal verfassungsgemäß und noch viel weniger bedarfsdecken sind.

Das weiß sie genau die gebürtige Freiburgerin, die seit 1994 in Köln-Marienburg, einem der vornehmsten Viertel der Stadt lebt. Schließlich arbeitete sie auch bei uns nicht unbekannten Unternehmen wie der Beraterfirma KPMG und der Rechtsanwaltskanzlei Linklaters, welche im Auftrag des Kölner Stadtanzeigers dereinst gegen den Titel des Kölner Erwerbslosenanzeigers vorgegangen war. Wir bedauern die beiden 7 und 4 Jahre alten Kinder, wenn sie einst das wohlbehütete Nest der Fachanwältin für Steuerrecht verlassen müssen und mit der realen, durch ihre Mutter mitgestalteten Welt müssen.
Ein Pseudoengegement in Vereinen, welches lediglich dem eigenen Prestige dient, kann über das verwerfliche Menschenbild der 39jährigen nicht hinwegtäuschen. Wenn es die Vereine mit ihrem Vereinsziel ernst meinen, sollten sie nach diesen Ausfällen die Konsequenz ziehen und Frau Doktor den Stuhl vor die Tür stellen.

Lieber hungern und frieren, als Reste vom Tisch der Satten und Reichen.

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Eine Antwort to “Die Enkel Josef Müllers”

  1. MündigerBürger Says:

    Zu derartigen kranken und großkotzigen Ideen aus Richtung JU und CDU fallen mir, in Anlehnung an den Stil unserer großen deutschen Dichter, nur folgende Worte ein:

    „So beuge ich niemals vor Euch Herr mein Knie
    und senke vor Euch nicht mein Haupt,
    denn Ihr Herr habt Euch diese Huld nicht verdient,
    so Ihr eure ‚Macht‘ nur missbraucht.“


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