Bundesagentur toleriert Missbrauch bei Kurzarbeit

Berlin (ots) – Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet mit Missbrauchsfällen beim Kurzarbeitergeld, geht aber nicht dagegen vor. „Bei so einer großen Zahl von Anträgen kann man einen Missbrauch nicht vollkommen ausschließen„, sagte Joachim Möller, Leiter des zur BA gehörenden Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), dem Tagesspiegel (Montagausgabe). „Arbeitslosigkeit zu finanzieren wäre noch sehr viel teurer„, sagte er.

[das Argument „Bei so einer großen Zahl von Anträgen kann man einen Missbrauch nicht vollkommen ausschließen“ werden sich sicher viele Erwerbslosenorganisationen sehr gut merken, wenn es im „Einzelfall“ mal wieder, um eine Missbrauchsvermutung geht!]

Das IAB geht davon aus, dass die Zahl der Anträge für Kurzarbeit im Laufe des Jahres stark zunehmen wird. „Der richtige Boom der Kurzarbeit wird wohl erst noch kommen.“ Je bekannter das Instrument werde, desto mehr Unternehmen nähmen es in Anspruch. Der Arbeitsmarktexperte warnte aber davor, Kurzarbeit für ein Wundermittel gegen eine steigende Zahl von Arbeitslosen zu halten. Sollte die Rezession bis ins nächste Jahr andauern, „ist das Instrument der Kurzarbeit ein stumpfes Schwert„, erklärte er. Bereits in diesem Jahr könne die Erwerbslosigkeit stark zunehmen. „Dass wir bei einer ungünstigen Entwicklung gegen Ende des Jahres die Vier-Millionen-Marke erreichen ist nicht auszuschließen„, sagte Möller dem Tagesspiegel.

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