Nachruf: 1-Euro-Müller weg

In der Sitzung des Rates der Stadt Köln am 5. Juli 2005 hatte Bürgermeister Müller (CDU) unter anderem wie folgt gehetzt:
Als ich in den Ratssaal kam, sah ich draußen die Proteste, mit denen mir Arbeitszwang oder Zwangsarbeit vorgeworfen wurde, dann frage ich mich, wer diese jungen Menschen erzogen hat und wo die gelernt haben, etwas zu fordern, wofür sie nur wenig getan haben.“
[…]
Das sind Leute, die nicht gelernt haben, für das was sie erhalten zu arbeiten. Das muss man sich mal vorstellen.“
[…]
Junge Menschen, die voll arbeitsfähig sind, stellen sich nachmittags vor das Rat-haus, während andere Leute arbeiten. Sie haben natürlich Zeit, vielleicht bis abends um elf zu feiern, weil sie bis mittags um zwölf schlafen können, während andere arbeiten müssen.“

Letzten Sonntag trat „Jupp“ Müller, wie ihn die Kölner liebevoll nennen von allen politischen Ämtern zurück. Was geschehen ist, kann man in diversen Medien nachlesen und muss hier nicht wiederholt werden. Eine kurze Zusammenfassung aber ist erlaubt:

Bürgermeister Müller hat von der Sparkasse einen „sechsstelligen“ Betrag erhalten und anscheinend dafür nicht gearbeitet. Ex-Bürgermeister Müller hat wohl nicht gelernt, für das was er erhält zu arbeiten. Das muss man sich mal vorstellen. Wenn ich mir das so anschaue, dann frage ich mich, wer diesen Müller so erzogen hat und wo der gelernt hat, etwas zu fordern, wofür er nur wenig getan hat.

Die Antwort fällt dieser Tage natürlich nicht schwer, denn erst vor kurzem trat Müllers langjähriger CDU-Parteifreund Rolf Bietmann den Rückzug an und der Spendenprozess gegen einen weiteren langjährigen CDU-Weggefährten, Richard Blömer, zieht sich in die Länge. Da scheint der ehemalige Postbote aus Porz seine Nachhilfestunden bekommen zu haben.

Die KEAs hatten 2005 nicht nur Strafanzeige gegen den „1-Euro-Müller“ gestellt, sondern 2007 gefordert, dass der Schnüffeldienst der ARGE nicht die Bedürftigen, sondern die Bonzen überprüfen solle. Wie Recht sie hatten.

Da Müller ein christdemokratischer Politiker ist wollen wir ihn mit einem Bibelwort verabschieden. Im neuen Testament wird Jesus von Nazareth mit den Worten zitiert: „Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ (Joh 8,7).

Kölnische Rundschau 16.09.2004

Kölnische Rundschau 16.09.2004
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Eine Antwort to “Nachruf: 1-Euro-Müller weg”

  1. Nachruf: 1-Euro-Mller weg (Kln) - Erwerbslosen Forum Deutschland (Forum) Says:

    […] In der Sitzung des Rates der Stadt Kln am 5. Juli 2005 hatte Brgermeister Mller (CDU) unter anderem wie folgt gehetzt: Als ich in den Ratssaal kam, sah ich drauen die Proteste, mit denen mir Arbeitszwang oder Zwangsarbeit vorgeworfen wurde, dann frage ich mich, wer diese jungen Menschen erzogen hat und wo die gelernt haben, etwas zu fordern, wofr sie nur wenig getan haben. [] Das sind Leute, die nicht gelernt haben, fr das was sie erhalten zu arbeiten. Das muss man sich mal vorstellen. [] Junge Menschen, die voll arbeitsfhig sind, stellen sich nachmittags vor das Rathaus, whrend andere Leute arbeiten. Sie haben natrlich Zeit, vielleicht bis abends um elf zu feiern, weil sie bis mittags um zwlf schlafen knnen, whrend andere arbeiten mssen. Siehe: KEA-Nachrichten […]


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