Klassenkampf

Ein Studium ist zu teuer. Wie lange willst du uns noch auf der Tasche liegen? Mach erstmal eine Lehre! Diese oder ähnliche Sprüche hören Kinder aus Arbeiterfamilien – heute sagt man in Neusprech „bildungsferne Schichten“ – häufig, wenn sie einen Studienwunsch äußern. Das sind keine Vorhaltungen sondern hier spricht Existenzangst. Von gesellschaftlicher Seite gibt es kein Geld aber gute Gegenargumente, und vor
allem eines: Wir brauchen kluge Leute, wir brauchen Akademiker, sie fehlen bereits.
Arbeiterkinder an die Hochschulen – das klingt zwar nach Klassenkampf, legt aber den Finger in die Wunde des Bildungssystems. Von 100 Akademikerkindern studieren 83. Von 100 Kindern, deren Eltern nicht studiert haben, sind es 23. Im Jahr 2003 waren es immerhin 26. Die soziale Schere geht weiter auf. Studien zeigen, dass die Aufnahme eines Studiums kaum von der schulischen Leistung abhängt, sondern von der Herkunft. Das heißt, nicht Intelligenz und Talent entscheiden, sondern Status, Geld und Bildung. Zwar ist es das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Studenten zu steigern, das geht aber nur, wenn man mehr Kinder von Nichtakademikern an die Unis bringt.
Dafür aber tut die Politik zu wenig.

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