Pulli für Arme

Alle klagen über hohe Energiekosten, der DGB warnte bereits davor, dass Zehntausende im Winter frieren werden. Doch Berlins Finanzsenator Sarrazin weiß da Rat: Einfach mal den Pulli nehmen, wenn’s an der Kohle fehlt.

Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) rät Menschen, die unter hohen Heizkosten leiden, ihren Energieverbrauch einzuschränken und die Zimmertemperatur zu drosseln.

Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können„, sagte der bekannte Politiker der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Gewerkschaften, Linkspartei und einige Sozialverbände fordern Sozialtarife für Arme. Das lehnt der SPD-Politiker ab. „Empfängern von Arbeitslosengeld II werden die Heizkosten erstattet. Darüber hinaus sehe ich keinen Handlungsbedarf„, sagte Sarrazin.

Bei uns waren es zu Hause immer 16 Grad. Am Morgen hat mein Vater die Koksheizung befeuert und sie erst am Abend, wenn er von der Arbeit zurückkam, wieder angemacht. Das hielt dann immer gerade für 16 Grad. Ich habe es überlebt.“

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2 Antworten to “Pulli für Arme”

  1. cers Says:

    Zu den jüngsten Äußerungen der stellvertretende Parteivorsitzende der LINKEN Halina
    Wawzyniak und des amtierende Berliner Landesvorsitzende Wolfgang Albers:

    Für eine glaubwürdige Linke in Berlin braucht es nicht nur einen neuen Finanzsenator, sondern auch eine glaubwürdige linke Politik. Diese rot-rote Koalition ist nur noch die zwischen zwei sozialdemokratisch angehauchten neoliberalen.

    Auf Sarrazins Sprüche regelmäßig nur verbalradikal zu reagieren reicht jedenfalls nicht!

  2. cers Says:

    29. Juli 2008 Halina Wawzyniak und Wolfgang Albers

    Arroganz und Zynismus sind die falsche Antwort auf steigende
    Energiepreise

    Zu den jüngsten Äußerungen des Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin
    erklären die stellvertretende Parteivorsitzende der LINKEN Halina
    Wawzyniak und der amtierende Berliner Landesvorsitzende Wolfgang Albers:

    Die Intervalle zwischen den Ausfällen des Herrn Sarrazin werden immer
    kürzer. Offenbar ist dem Berliner Finanzsenator diesmal der rasche
    Wetterumschwung nicht bekommen. Gegen steigende Energiepreise empfiehlt
    er den Bürgern dieser Stadt wärmere Pullover. Arroganz und Zynismus
    sind keine Antwort auf die Forderung nach sozial verträglichen Preisen
    für Energie.
    Die durch den massiven Preisanstieg drohende weitere Verschlechterung
    der Lebensbedingungen vor allem für die sozial Schwachen dieser Stadt
    ist eine Herausforderung, der sich Rot-Rot in Berlin stellt. Darüber
    sollte sich ein Finanzsenator dieser Koalition Gedanken machen. Sonst
    könnten sich in der Tat immer mehr Menschen fragen, brauchen wir
    wirklich wärmere Pullover oder brauchen wir nicht möglicherweise einen
    anderen Finanzsenator?


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