Topfschlagen

Neue Studie:

Die üblichen Mindestlohn-Gutachten taugen nichts!

„Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze“ – so tönen diverse Gutachten. Mal würden 1,6 Millionen, mal 70.000 Arbeitsplätze vernichtet – sehr überzeugend… Nun gibt es Kritik auch aus den eigenen Reihen: Annahmen willkürlich, Ergebnisse unhaltbar. Wie Topfschlagen…

Gutachter gutachten nach Gutdünken

Besonders emsig ist das arbeitgeberfinanzierte Institut der Deutschen Wirtschaft (iw) in Köln. Fast täglich malt es mit Artikeln, Pressemitteilungen und Interviews Horrorgemälde von Arbeitsplatzverlusten als Folge von gesetzlichen Mindestlöhnen an die Wand. Bis zu 1,6 Millionen Arbeitsplätze würden angeblich vernichtet. Sogar ein gemeinsamer Aufruf der Leiter von acht deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten konnte organisiert werden. Darin werden als Folge der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns „erhebliche“, ja sogar „erschütternde“ Beschäftigungsverluste behauptet.

Hinsichtlich der Höhe der drohenden Beschäftigungsverluste ist man sich aber alles andere als einig. Während das iw auf bis zu 1,6 Millionen wegfallende Arbeitsplätze kommt, diagnostizieren andere Gutachten etwas gnädiger: Eine im Mai 2007 von den Ökonomen Ragnitz (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) und Thum (ifo-Institut München) veröffentlichte Studie von gerade einmal sechs Seiten kam auf exakt 621.000 wegfallende Arbeitsplätze als Folge der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 7,50 Euro. Medien – unter anderem die WELT vom 9. Mai 2007 – haben sie einmal mehr als Beweis für die Absurdität der gewerkschaftlichen Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn präsentiert.

Im Mai 2008 kam dann auch das Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zu dem Ergebnis, dass durch einen gesetzlichen Mindestlohn massiv Arbeitsplätze vernichtet würden. Hier kamen die Gutachter auf 1,2 Millionen. Zwei Monate später sind es in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) plötzlich nur noch „zwischen 70 000 und 260 000 Arbeitsplätze“, die verloren gehen würden.

Angesichts der völlig unterschiedlichen Ergebnisse kann es mit den Studien also nicht weit her sein. Hiervon ließen sich die Gutachter in ihrer klaren Ablehnung von Mindestlöhnen jedoch nicht irritieren. Auch nicht davon, dass es in 20 der 27 EU-Staaten bereits gesetzliche Mindestlöhne mit sehr guten Erfahrungen gibt.

….

hier gibt es die vollständigen Wirtschaftspolitische Informationen 4/2008

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2 Antworten to “Topfschlagen”

  1. cers Says:

    Stimmt, man beauftragt sie ja auch mit einem GUTachten und nicht mit einem SCHLECHTachten. Denn es soll ja für die Auftraggeber GUT ausfallen 😉

  2. smirne Says:

    Die Institute kommen in ihren Studien immer zu dem Ergebnis, das ihr Auftraggeber haben will. Schließlich wollen die Institute auch wieder Folgeaufträge bekommen.

    Glaube niemals einer Studie, die du nicht selbst beauftragt hast.


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