Näherin gegen adidas

Münster (ots) – Sonia Lara aus El Salvador, früher selbst Näherin,
klagt adidas auf der diesjährigen Hauptversammlung am 8. Mai an.
„adidas zahlt Hungerlöhne für einen Akkordmarathon“, fasst sie
Interviews mit zahlreichen NäherInnen in ihrer Heimat zusammen, die
für adidas fertigen. Eine NäherIn verdient im bitter armen El
Salvador rund 100 Euro im Monat. Nicht genug für ein Leben in Würde,
selbst in dem kleinen mittelamerikanischen Land. Nach dem Ende des
Multifaserabkommens 2004 hat sich die Situation weiter
verschlechtert. Heute konkurriert Mittelamerika mit den asiatischen
Länder auf dem Markt der Niedrigkostenproduktion. „Der Arbeitsdruck
nimmt ständig zu. Konzerne wie adidas müssen begreifen, dass wir
Menschen und keine Maschinen sind. Deswegen bin ich nach Deutschland
gekommen.“, so Sonia Lara, die sich derzeit auf Informationsreise
durch Deutschland befindet.

Neueste Recherchen der Kampagne für ‚Saubere‘ Kleidung (CCC), an
denen Sonia Lara beteiligt war, belegen, dass Niedriglöhne und
erzwungene Überstunden sowie gravierende Gesundheitsrisiken in der
Sportbekleidungs-Industrie an der Tagesordnung sind. Der
Arbeitsdruck in den Fabriken hat in den letzten Jahren weiter
zugenommen, da die Auftraggeber immer kürzere Lieferfristen fordern.
Und dieser Druck wird an das schwächste Glied im Arbeitsprozess
weiter gegeben – die NäherInnen. Auch der jüngst veröffentlichte
Report der CCC, der auf Recherchen in vier asiatischen Ländern und
Interviews mit über 300 ArbeiterInnen basiert, bestätigt dies. „Der
Report macht deutlich, dass die Verletzung von Arbeitsrechten im
Namen von adidas keine Ausnahme, sondern die Regel sind“, so Johanna
Fincke von der Christlichen Initiative Romero (CIR). „Doch statt
Verantwortung zu übernehmen, diskreditiert der Konzern Aussagen
unabhängiger Gewerkschaften und NGO´s.“

Anlässlich der diesjährigen adidas-Aktionärsversammlung fordern
CIR und CCC von adidas ein ‚Fair Play‘ auch in den Fabriken. Dafür
ist eine veränderte Einkaufspraxis des Konzerns sowie eine
unabhängige Kontrolle der Zulieferbetriebe, an der lokale Akteure
institutionell beteiligt sind, unerlässlich. Um diese Forderungen zu
unterstreichen, finden vor der Stadthalle in Fürth zahlreiche
Aktionen statt.

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