93,1 Prozent für einen Streik der nie stattfinden sollte

Bei einer Urabstimmung über einen unbefristeten und flächendeckenden Streik bei der Post hatten sich 93,1 Prozent der Ver.di-Mitglieder für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft am Mittwoch in Berlin mit. Die Tarifverhandlungen waren am 19. April für gescheitert erklärt worden. Daraufhin hatte Verdi die Urabstimmung eingeleitet und unbefristete Streiks ab kommenden Freitag angekündigt.

Doch ver.di wäre nicht ver.di, wenn nicht alles anders gekommen wäre. Einen Tag vor dem traditionellen „Kampftag der Arbeiterklasse“ bläst die Gewerkschaft den Streik wieder ab. Was hätte das für ein 1. Mai werden können, wenn diese Gewerkschaft Kampfeswillen hätte. Aber ver.di ist nicht die GDL und Frank Bsirske ist nicht Manfred Schell. Kaum hatten sich die Kolleginnen und Kollegen also mit überwältigender Mehrheit für einen Streik ausgesprochen sollen sie nun dagegen und für den faulen Kompromiss stimmen, den ihre Gewerkschaftsvertreter sich haben andrehen lassen. Dieser sieht wie folgt aus:

Erhöhung der Löhne für die 130.000 Tarifangestellten von sieben Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 26 Monaten.
Einmalzahlung von 200 Euro.
Arbeitsplatzgarantie bis Ende Juni 2011.
Arbeitszeitverlängerung durch das Streichen von Pausenzeiten!

Wir sind ausgesprochen zufrieden mit dem Ergebnis„, sagte Verdi-Verhandlungsleiterin Andrea Kocsis. Die Tarifkommission der Gewerkschaft nahm den Kompromiss bereits einstimmig an und empfahl auch den Post-Beschäftgten die Zustimmung. Sie sollen nun zwischen dem 13. und 15. Mai in einer Urabstimmung über das Ergebnis befinden. Dieses werde eine „sehr, sehr hohe Akzeptanz in den Betrieben finden„, sagte Kocsis voraus.

Der angedrohte Streik, für den sich über 90 Prozent der Verdi-Mitglieder bei der Post ausgesprochen hatten, sei nun formell bis zum Ende der Abstimmung ausgesetzt. Weitere Warnstreiks werde es nicht geben, betonte Kocsis. Die Gewerkschaft habe ihre Ziele „voll umfänglich erreicht„.

voll umfänglich erreicht„???
Verdi war mit einer Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, unveränderten Arbeitszeiten und einer Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende Juni 2011 in die Verhandlungen gegangen. Verglichen mit dem Ergebnis ist das weder voll noch umfänglich. Dann soll Bsirske doch endlich zugeben, dass man ihn mit Hartz IV erpresst hat. Einem Gesetz, das seine Gewerkschaft nie ernsthaft bekämpfte.

Na denn gute Nacht

p.s.
Wer weiß was eine „Gelbe Gewerkschaft“ ist?

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