DIW rechnet Zahl an Hungerlöhnern klein

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat die Zahlen zum Niedriglohnsektor fehlerhaft berechnet. Darauf weist die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hin. „Die vom DIW aktuell verbreiteten Zahlen zu Niedriglohnbeschäftigten sind schlicht falsch“, sagte ver.di-Chefvolkswirt Michael Schlecht. Nach Angaben des DIW gibt es 3,7 Millionen Beschäftigte mit Bruttoeinkommen unter 7,50 Euro die Stunde. Dagegen komme das Institut für Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen (IAQ) auf 5,5 Millionen Beschäftigte. „Diese Zahl ist korrekt“, betonte Schlecht.

Hintergrund des DIW-Fehlers: In den Berechnungen der Berliner Forscher fehlten alle Beschäftigten, die in einem Nebenjob weniger als 7,50 Euro verdienen. Zudem sei der Monat nur mit 28 Tagen gerechnet worden, obwohl er durchschnittlich 30,4 Tage habe. Der Effekt: Je kürzer die Arbeitszeit pro Monat angesetzt werde, desto höher sei der auf das Monatseinkommen bezogene Stundenlohn. Durch diese falschen Berechnungsgrundlagen entstehe der Eindruck, dass weniger Beschäftigte Hungerlöhne unter 7,50 Euro bekämen.

Auch die Behauptung, unter Berücksichtigung des „Haushaltskontextes“ reduziere sich die Zahl der gering entlohnten Arbeitnehmer weiter „drastisch“, sei nicht nachvollziehbar. Schlecht: „Damit wird unterstellt, dass ein Armutslohn zumutbar ist, weil etwa die Tochter auch noch etwas verdient.

Es sei erstaunlich, mit welchen Tricks gearbeitet werde, um die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes zu verhindern. „Das wird aber alles nichts nützen“, stellte Schlecht klar.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: