Frustbeißer Mehdorn

Essen (ots) – Der Tarifvertrag mit den Lokführern ist noch nicht unterschrieben, da tritt Bahnchef Hartmut Mehdorn nach und droht mit Entlassungen und höheren Preisen. Frust spielt da mit. Verärgert musste der Vorstand feststellen, dass er zwischen den Gewerkschaftslagern aufgerieben und zu teuren Zugeständnissen gezwungen wurde. Mehdorns Unmut sitzt tief. Der Bahn-Chef hat zuletzt einige Niederlagen einstecken müssen. Erst die Absage des für 2008 geplanten Börsengangs, dann der separate Tarifabschluss mit den Lokführern: Viel Frust für einen, der sich als Siegertyp sieht. Prompt folgt nun der Konter des angeschlagenen Boxers. Nun soll das Arsenal der Waffenkammer vorgezeigt werden. Rationalisierungen, Betriebsverlagerung und Entlassungen drohen als Strafe für den durchgesetzten Wunsch nach höheren Löhnen. Der gerade erst beigelegte Konflikt entbrennt so neu. Die Schläge, die Mehdorn gestern austeilte, sind aber auch aus einem anderen Grunde nicht ganz fair. Schließlich hat die Deutsche Bahn -wie übrigens der gesamte Öffentliche Personennahverkehr – schon in den vergangenen Jahren die Preise auch bei viel geringeren Lohnerhöhungen regelmäßig über dem Inflationsniveau angehoben.
Überdies schlagen die mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA im Juli 2007 vereinbarte Lohnerhöhung und die neue Entgeltstruktur wegen der höheren Zahl der Beschäftigten weit mehr ins Kontor der Bahn als der jetzige Lokführerabschluss.

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