Köhlers Weihnachtsansprache

Berlin (ots) – Weihnachten ist die Zeit der Zeichen und Wunder. An
die großen Zeichen und Wunder von vor gut 2000 Jahren reicht heute
niemand mehr heran, aber immerhin hat der israelische Innenminister
jetzt ein Huhn mit sanfter Stimme und pendelnden Bewegungen zum
Einschlafen gebracht.

Das kann ich auch, dachte sich der Bundespräsident und hielt den
Deutschen eine Weihnachtsansprache. Mit sanfter Stimme und
reduzierter Körpersprache erklärte er die Vorteile des Alters – dass
nämlich ältere Menschen eine Menge Erfahrungen und Kraft haben. Auf
die Nachteile des Alters wollte Horst Köhler lieber nicht eingehen:
dass auch alte Menschen zunehmend unter sozialem Druck stehen; dass
Rentner sich, gemessen an der Preisentwicklung, schon über Nullrunden
freuen müssen; dass Gesundheit immer teurer wird; dass die
Lebensarbeitszeit verlängert wird …

Immerhin ist Köhler nicht entgangen, dass es so etwas wie Probleme
gibt. Er will sogar gehört haben, dass die Arbeitswelt (wenn wohl
auch nicht seine eigene) »sicherlich härter« geworden ist. Einen
Hinweis darauf, dass diese Entwicklungen mit der Politik der
Bundesregierung zu tun haben, findet man in der Rede nicht.

Für Freunde solcher TV-Formate gibt es bald den nächsten
Höhepunkt: die Neujahrsansprache der Kanzlerin, die übrigens eben
erst eine neue Kultur des Hinsehens verlangt hat. Hauptsache, die
Fans sind bis dahin aus der Köhler-Hypnose erwacht.

Originaltext: Neues Deutschland

Die 2007er Rede zum Nachlesen hier

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