Hartz IV ist global

kita.gif In der New York Times vom 12.10.07 stand ein Artikel über einen Hungertod
in Japan. Unter der Überschrift „Death Reveals Harsh Side of a ‚Model
(Der Tod enthüllt die raue Seite eines ‚Vorbilds‘) wird berichtet, dass
in Kitykyushu schon der dritte Bedürftige innerhalb von drei Jahren
verhungert ist.
Dieser Fall wurde bekannt, weil der Betreffende über sein Verhungern
Tagebuch geführt hat.

„‚3:00 Uhr. Dieser Mensch hat seit 10 Tagen nichts mehr gegessen aber
lebt immer noch,‘ schrieb er. ‚Ich will Reis essen, eine Reis-Kugel
‚.

Das waren nicht die letzten Worte eines Wanderers in der Wildnis, sondern
die eines städtischen Wohlfahrtsempfängers in Japan, dessen Leistungen
gestrichen wurden.
Nicht mehr in der Lage essen zu kaufen vegetierten alle drei monatelang
in ihren Wohnungen dahin, wo ihre Leichen zufällig gefunden wurden.

Nur der jüngste Tote zog landesweites Augenmerk durch sein Tagebuch auf
sich, das für städtische Offizielle peinlich war und die anfänglich ihr
Handeln in dem Fall rechtfertigten und es gar als ‚vorbildlich‘
bezeichneten.

Auf eine Art, wie es die Worte einer lebenden Person nicht könnten,
beschreibt das Tagebuch die menschlichen Kosten der wirtschaftlichen
Transformation in Japan. Sowie sich die Schere zwischen den Einkommen
immer weiter öffnet stieg die Zahl der Sozialhilfeempfänger. Städte, die
zu kämpfen haben wie Kitakyushu, trachten danach den Kreis der
Anspruchsberechtigten nach unten zu drücken.

Der Jüngste Fall zeigt, wie weit die Behörden gehen, um eine möglichst
niedrige Sozialhilferate zu haben. …

Ohne religiöse Wohltätigkeitstradition hat Japan wenig Suppenküchen,
oder andere Plätze für Bedürftige. Die bestehenden- meistens von
christlichen Missionaren aus Südkorea oder der kleinen christlichen
Minderheit geführt – versorgen meistens die Obdachlosen.

Wie der Tagebuchschreiber waren die anderen zwei Männer kränklich und
verhungerten nachdem ihre Anträge auf Sozialhilfe zurückgewiesen wurden.

Der Antrag des dritten Mannes wurde zweimal abgewiesen, obwohl ein
städtischer Arbeiter, der eine unbezahlte Wasserrechnung eintreiben
wollte, ihn schwach auf dem Wohnzimmerboden herumkriechen sah. Nachbarn,
die ihn zuletzt sahen sagten, dass seine Beine auf die dicke von
Bambusstäben zusammengeschrumpft waren. Seine mumifizierte Leiche wurde
vier Monate nach seinem Tod gefunden.

Zwischen 2000 und 2006 wuchs Japans Sozialhilfeanteil von 0,84 auf
1,18%. Kitakyushus Anteil wuchs nur geringfügig – von 1,26 auf 1,28 %.
Das reihte sie an das Ende der Skala von den größeren Städten.

Für die Zentralregierung, die 75% der Sozialhilfekosten trägt und 2003
anfing, Sozialhilfeausgaben zu senken und weitere Kürzungen plant –
machte das die Stadt zu einem Vorbild. …

Other cities came here to learn from us — how we did things. And the Welfare Ministry also showcased Kitakyushu’s methods.

Mr. Kita … nahm aufgrund des Gestankes an, dass sein Nachbar
verstorben war. Außerdem sah er Schwalben mit grünen Fliegen im Schnabel
aus dem Haus fliegen.

Der ganze Artikel findet sich unter:
http://www.nytimes.com/2007/10/12/world/asia/12japan.html?th&emc=th

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