Zweiter Aktionstag beim „Zahltag“

Nachdem die Nacht mit SEHR guter Live-Musik und wirklich SEHR guter Stimmung vorüberging, begann der zweite Tag personell vermeintlich mau, bis dann eine Lautsprecherdurchsage die entsprechende Begründung lieferte. In etwa: „Im Gebäude und näherem Umfeld der ARGE befinden sich ca. 100 Polizisten … und das ist gut so. Demnach sind sie nicht in Köln-Mülheim, wo zur Stunde die Büros des ARGE-Schnüffeldienstes ‚besucht‘ werden.“ Beifall!

Schnell wuchs die Anzahl der Protestierenden wieder an (ich leg mich hier NICHT fest, zumal eine GANZE MENGE der ARGE-Lauf-„Kundschaft“ sich spontan den Protesten anschloss.) Eine ermutigende Zeitungsschau zeigte, dass es die Aktion in viele regionale Medien geschafft hatte. Berichte, von wegen „Polizei setzte Hausrecht durch!“ … vergesst es! Wenn hier jemand sein (Haus)Recht durchgesetzt hatte, waren es die Protestierenden. Die Polizei hatte es aufgegeben, die Leute aus der ARGE drängen zu wollen und schwenkte nach dem gestrigen brutalen Angriff auf die Demo und nach dem VERGEBLICHEN Versuch, die Masse herauszudrücken, auf Deeskalation. Die Polizei hat enorm zur Steigerung der Wut und Entschlossenheit der Erwerbslosen und sonstigen Anwesenden beigetragen! Hierfür: aufrichtigen DANK!
Die Info-Veranstaltungen, Versammlungen, Spiele und kulturellen Beiträge fanden auch heute u.a. im Foyer der ARGE statt.

Die Anzahl der Fälle mit „Begleitschutz“ wuchsen im Vergleich zu Gestern noch an. Wiederum konnte die Durchsetzung der Interessen und Ansprüche der Betroffenen in ALLEN Fällen vermeldet werden. Beifall! Die Dankbarkeit dieser Leute, die sich mitunter DAS ERSTE MAL innerhalb der ARGE halbwegs richtig behandelt fühlten, drückte sich bisweilen in rührenden Freudentränen aus. Allein schon für diese Tränen hat sich dieser Kampf gelohnt und gezeigt wie WICHTIG derlei Aktionen sind!

Alle Etagen der 14-stöckigen ARGE waren mit Polizei in Kampfmontur besetzt, die per Funk vernetzten Beistände jedoch hatten ungehinderten Zugang, betroffene Erwerbslose zu begleiten. In der Regel handelte es sich dabei stets um Gespräche auf Teamleiter-Ebene (ohne Termin), wenn der nicht da war, wurde kurzerhand das Büro des ARGE-Geschäftsführers aufgesucht, der auf Grund des Drucks vor der Tür und im Haus relativ problemlos die zu erledigenden Aufgaben anwies.

Der Beistand ist also der ZWEITE neben dem betroffenen „Kunden“. Und wie heißt es so schön? „Mit dem Zweiten sieht man besser!“
Um diese Form im Sinne des Paragrafen 13, SGB X, weiter zu etablieren, wollen nunmehr viele Kölner Erwerbslose daran gehen, sich fortan jeden ersten Werktag des Monats als Beistand zur Verfügung zu stellen. Da es sich hierbei um einen „unbestimmten Rechtsbegriff“ handelt, ist nicht geklärt, dass der Beistand zwingend aus nur EINER Person bestehen muss. Es können durchaus 10 oder 30 sein!

Ein besonderes Dankeschön muss hier den KEAs (Kölner Erwerbslose in Aktion e.V.) ausgesprochen werden, deren gut versierten Beistände ununterbrochen unterwegs und die am Ende des Camps sichtlich erschöpft waren.
Ihr wart TOLL!
Auch am Tisch von „tacheles e.V.“ aus Wuppertal standen die Rat suchenden Leute permanent schlange. Aber auch die Musiker von Microphon Mafia, Sambanarchia, h.n. und andere, die Sozialistische Selbsthilfe Köln (SSK), „Bundeswehr wegtreten!“ und den vielen unorthodox selbstorganisierten TeilnehmerInnen und Unterstützern der Kampagne „Agentur-Schluss!“: GANZ VIELEN DANK!!!

AktionsCamp „Zahltag!“ in Köln, ich war dabei und bin glücklich darüber!!! Möge diese erfolgreiche Aktion ein Signal an Berlin, Göttingen, an Rostock, Bielefeld, … an ALLE sein! Der Kampf geht weiter!

Quelle:
http://de.indymedia.org/2007/10/195789.shtml

Ein Filmclip zur „Besetzung“ der Kölner ARGE kann hier gesehen werden:
In DSL-Qualität bitte hier klicken
In Modem-Qualität bitte hier klicken 

Kleine Presseschau zum Zahlttag in Köln. Darüber hinaus gibt es noch einige Online-Berichte

Presseschau

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