Von grünen Ziegen und rosa Becks

Ja ne is klar «Menschen, die ganz wenig haben, darf nichts mehr weggenommen werden.» Eine solche Weisheit aus dem Munde eines amtierenden SPD-Vorsitzenden, das kann eigentlich nur zweierlei bedeuten: 1. er hat keinen Bock mehr auf den Posten oder 2. die Angst vor der Linken geht um. Ach Sie meinen, man könnte auch davon ausgehen, bei der SPD habe die Vernunft über die Berater aus der Wirtschaft gesiegt? – Niemals. Die SPD ist ein typischer Fall von Selbstzerfleischung und Beck liefert auch noch die Schlachtermesser.

Er ist tatsächlich der König der verpassten Chancen. Wieso? Erinnern Sie sich noch an Heiligendamm? – An die strahlende Kanzlerin, die all das was sie nicht erreichte so glänzend vermarktete, dass man von einem Erfolg sprach? – Was macht Beck? – Er greift Angie an, statt sich als Koalitionspartner im Erfolg zu sonnen. Jetzt könnte er sich hinstellen und eiskalt (Müntefering macht es vor) behaupten: „Dass es Deutschland heute prächtig geht, liegt an 9 Jahren SPD in Regierungsverantwortung.“ Ob das stimmt oder nicht ist scheiß egal (den Begriff „scheiß“ verwende ich seit jüngstem ausschließlich in Beck-Artikeln), jeder würde das so verkaufen. Aber Beck nörgelt rum. Er distanziert sich von der Politik, die er als erfolgreich verkaufen könnte und der Bürger muss einfach erkennen: „Die können es nicht.“

Die SPD erhält so das Image weder für soziale Gerechtigkeit zu stehen, denn die hat man ja mit den Hartz-Gesetzen gehörig gestutzt und dafür hat man heute auch die Linken, noch für die einst von Schröder propagierte „neue Mitte“ um welche sich die CDU so rührend kümmert, dass man der Kanzlerin schon unterstellt, das Konservative vergessen zu haben.Kurz die SPD ist in der Zange. Wenn dann auch noch ihre linken Aushängeschilder mal wieder was in der Öffentlichkeit sagen, dann wird’s ganz schlimm.Der SPD-Linke Ottmar Schreiner hat seine Partei zu einer scharfen Kurskorrektur aufgefordert.

Nötig sei ein «Bruch mit einer gescheiterten Politik», schrieb er in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Schreiner kritisierte scharf die Parteispitze, die sich in den Kanzlerjahren von Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 und Hartz IV «von einer fortschrittlichen, emanzipatorischen Reformpolitik endgültig verabschiedet» habe. «Eine kleine Clique an der Spitze der Partei wollte die reformistische Tradition der SPD als linker Volkspartei entsorgen», schrieb Schreiner. «Es ist daher an der Zeit, diesem Irrweg entschieden entgegenzutreten. Die Entsozialdemokratisierung und Entwurzelung der SPD muss programmatisch und personell gestoppt werden.»Schreiner kritisierte, die Agenda-Politik habe die Ungleichheit im Lande verschärft und die gesellschaftliche Spaltung vertieft. «Was wir brauchen, ist kein «Weiter so», sondern der Bruch mit einer gescheiterten Politik.» Die Sozialdemokratie befinde sich an einem Scheideweg. «Es ist kurz vor zwölf: Die Basis löst sich vereinzelt auf, die Funktionäre sorgen sich um ihre Positionen, der Partei droht die Implosion – wenn wir jetzt nicht umsteuern und zum Kern einer Politik sozialer Demokratie zurückkehren. Wir Sozialdemokraten in der SPD haben die Pflicht, uns den Totengräbern des Reformismus in unseren eigenen Reihen entgegenzustemmen.»

Haben sie es bemerkt: „Wir Sozialdemokraten in der SPD…“ – Das heißt doch, dass all die anderen KEINE Sozialdemokraten sind. Was machen die denn dann in der „sozialdemokratischen Partei Deutschlands?“ Das ist ja genauso, als wenn die Mehrheit der christlichen Parteien von Moslems und Buddhisten gebildet würde. Und wie reagiert Beck? – In der neuen Ausgabe des «Spiegel» spricht sich der SPD- Vorsitzende Kurt Beck gegen weitere Einschnitte für die Bürger durch neue Reformprojekte aus: «Die Zeit der großen Zumutungen muss erst einmal vorbei sein.» Die Regierung könne «den Leuten den Gürtel nicht immer enger schnallen». Auch hier bitte GENAU lesen: «Die Zeit der großen Zumutungen muss erst einmal vorbei sein.» Was heißt das? Bis nach der nächsten Wahl? Also eine entscheidende Kehrtwende liest sich anders.

Was versucht Beck denn hier? Er versucht krampfhaft, was nicht gelingen kann. Die Partei zusammen zu halten. Der gemütliche Pfälzer hat seinen Weg noch nicht gefunden und probiert sowohl die Fäkalsprache, als auch den strategischen Rückzug, derweil die Schröder-Fans Steinbrück, Platzeck und Steinmeier sich bereits in Position bringen.  

Nein ich bin fest davon überzeugt, so wird das nichts mehr mit der SPD. Wie sagte unser guter alter Franz-Josef Strauß dereinst: „„>Wer everybodys darling sein möchte, wird rasch everybodys depp.“

Kurz zur Überschrift:

„Wer sich grün macht, den fressen die Ziegen“

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