Hartz-IV-Betroffene als Versuchskarnickel

In Hamburg und weiteren Städten werden laut Spiegel Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) mit fragwürdigen Fragebogen konfrontiert. Dazu erklärte Petra Pau, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke und Mitglied im Innenausschuß:
Diese Fragebogen sind maßlos und demütigend. Mit ihnen werden Hartz-IV-Betroffene offenbar als Versuchskarnickel für Marktprofile mißbraucht. So werden ALG-II-Empfänger nach Vorlieben für exotische Speisen, nach ihrem Hang zu Glücksspielen, nach ihrer Sicht auf die DDR und nach ihrer Meinung zu Gewaltfilmen und nach religiösen Einstellungen gefragt. Und das in einer Situation, die sie als Nötigung empfinden müssen. Zur Erinnerung: Für Hartz-IV-Betroffene wird das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ohnehin schon nahezu komplett ausgesetzt. Denn sie müssen 150 bis 180 persönliche Daten über sich und ihr Umfeld preisgeben, um überhaupt ALG II beziehen zu können. Kurzum: Wer arm dran ist, verliert auch noch seine Bürgerrechte.

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Eine Antwort to “Hartz-IV-Betroffene als Versuchskarnickel”

  1. Schnüffeln ist teuer aber aufschlussreich « KEA-Nachrichten Says:

    […] in Auftrag gegebene Fragebogen für ALG II-Empfänger sorgt weiter für Wirbel. (Siehe auch PM von Petra Pau) Hintergrund ist eine groß angelegte Studie, deren Ergebnisse im Oktober veröffentlicht werden […]


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