Lafontaine sozialdemokratischer als Müntefering

Düsseldorf (ots) – Eine solche Abrechnung mit der SPD-Spitze hat es aus den Reihen sozialdemokratischer Prominenz noch nicht gegeben:
Für den früheren Bundestagsabgeordneten, Parlamentarischen Staatssekretär und Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Rudolf Dreßler, ist seine Partei keine Volkspartei mehr. Anderes zu behaupten, sei angesichts aktueller Umfragewerte von 24 Prozent einfach lächerlich, meinte Dreßler im Gespräch mit  der Rheinischen Post (Donnerstagausgabe). Er fügte mit Blick auf seine Partei hinzu: „Wenn ich mir diesen Laden angucke, bleiben Wut, Enttäuschung, Bitterkeit.“ Für Dreßler ist der ehemalige SPD-Vorsitzende und jetzige Spitzenmann der neuen Partei Die Linke, Oskar Lafontaine, mehr Sozialdemokrat geblieben, als etwa Bundesarbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering oder Kanzler a. D. Gerhard Schröder. Dreßler: „Ich kenne Lafontaine gut, und zwar mit seinen Stärken und seinen Schwächen. Er hat sich in seinen Grundpositionen nicht wesentlich geändert, die SPD aber hat sich wesentlich geändert, vorangetrieben von bestimmten Führungspersönlichkeit, Schröder und Müntefering waren es nicht alleine.“ Wer wie Schröder, Müntefering und andere führende Sozialdemokraten ohne Not und mit zornbebender Stimme eine Koalition mit der Linkspartei ausschließe, bloß, weil er Lafontaine nicht leiden könne, vielleicht sogar hasse, der schade der SPD.

dressler.jpegRudolf Dreßler

Schriftsetzer, Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
Geboren am 17. November 1940 in Wuppertal; verheiratet, eine Tochter, ein Sohn.
Besuch der Volksschule und einer Sprachschule (englisch). Ausbildung zum Schriftsetzer, Gehilfenprüfung 1958. Umschulung zum Metteur, danach zum Linotypesetzer.
Freie Mitarbeitertätigkeit für verschiedene Zeitungen. Von 1969 bis März 1981 Vorsitzender des Betriebsrates im Hause der “Westdeutschen Zeitung”.
Mitglied des Aufsichtsrates der Laubag AG, Mitglied des Beirates der Karlsruher Lebensversicherung AG.
1974 bis 1983 Mitglied des Hauptvorstandes der IG Druck und Papier. Mitautor des 1974 erschienenen Buches “Sozialplan und Interessenausgleich nach dem BetrVG 1972”, Mitherausgeber des “Schwarzbuch der Wirtschaftskriminalität” (1987) und anderer Veröffentlichungen. Mehrere Jahre ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Düsseldorf und am Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster.
1969 Eintritt in die SPD; 1986 bis 1996 Vorsitzender der SPD Wuppertal; Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD seit 1984. Mitglied des SPD-Parteivorstandes seit 1984 und des Präsidiums der SPD seit 1991.
Mitglied des Bundestages seit 1980; vom 28. April 1982 bis 1. Oktober 1982 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung; seit Juni 1987 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion.
> ausgeschieden am 31. August 2000,

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