Ausbildungsumlage

Berlin (ots) – Eigentlich ist die Sache bestens geregelt. Vor Jahren schon beschloss die damals rot-grüne Bundesregierung, dass, wer nicht ausbildet, in eine Kasse zahlt, aus der ausbildende Firmen belohnt werden sollen. Allerdings mit einem Haken: Diese Umlage solle nur in Kraft treten, hieß es damals, wenn es nicht gelinge, die Wirtschaft anderweitig zu mehr Ausbildungstätigkeit zu bewegen.

Seither erlebt die Republik alle Jahre wieder eine Umlage-Verhinderungsshow. Mal werden die Bewerber als unbrauchbare Dummköpfe verunglimpft, ohne dass dies schulpolitische Konsequenzen hätte. Dann werden Lehrstellen-Einwerbungsrekorde verkündet, obwohl deren Gesamtzahl sinkt.

Jetzt hat Schwarz-Rot einen neuen Vorschlag: Fleißige Ausbilder sollen belohnt werden. Allerdings nicht von den abstinenten Konkurrenten, sondern aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung.
Schritt für Schritt entlässt die Regierung die Wirtschaft aus ihrer Verantwortung für die Berufsbildung. Der Dank wird schon in naher Zukunft in lautstarken Klagen über den  Fachkräftemangel bestehen.

Ob ein Bonus-System tatsächlich Ausbildungsplätze schafft, steht in den Sternen. Aber allein die Tatsache, dass offenbar schon wieder »neue Ideen« für mehr Ausbildung gefragt sind, beweist, was die Verantwortlichen seit Jahren hartnäckig bestreiten: Die  bisherige Berufsbildungspolitik ist gescheitert.

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