Immer mehr Kinder, Alleinerziehende und Migranten arm

laumann.jpg„Wir werden uns nicht auf statistische Datenerhebungen zur Armut beschränken. Wir wollen eine sozialpolitische Diskussion im ganzen Land. Deshalb wird es bis zumEnde des Jahres in jedem Regierungsbezirk Regionalkonferenzen geben, zu der alle
sozialpolitisch Verantwortlichen der Region eingeladen werden. Die heutige Veranstaltung in Bochum bildet den Auftakt“, sagte am Mittwoch der nordrheinwestfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann vor 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den Sozialbericht 2007 der Landesregierung diskutierten. „DasArmutsrisiko hat sich in NRW seit 2000 (13,7 %) nur wenig erhöht, es lag fünf Jahre später bei 14,3 Prozent. Leider hat sich aber die Situation bestimmterPersonengruppen wie z.B. von Kindern, Alleinerziehenden, Migranten sowie
Langzeitarbeitslosen verschlechtert“, betonte Laumann auf der Fachveranstaltung
von DGB NRW und Sozialministerium. Als einkommensarm gelten Personen, deren
Pro-Kopf-Einkommen weniger als 50 Prozent des Durchschnittsseinkommens der
Gesamtbevölkerung in NRW beträgt (2005: 1.229 Euro), also rund 615 Euro. „Rund
2,57 Millionen Menschen in NRW sind einkommensarm. Zirka 815.000 Kinder und
Jugendliche sowie rund 1,75 Millionen Erwachsene leben in einkommensarmen
Haushalten“, sagte Laumann. Aus Sicht des DGB-Bezirk NRW hat sich infolge der
verfestigten Massenarbeitslosigkeit Armut in den letzten 30 Jahren immer weiter in
die Gesellschaft ausgedehnt. DGB-Chef Schneider: „Stand am Anfang die „neue
Armut“ von Randgruppen, wurde später die Armut von Menschen ohne
Erwerbsarbeit brisant. Derzeit breitet sich die „Armut trotz Erwerbsarbeit“ aus.“
„Wir werden die guten Maßnahmen und Programme der Landesregierung
stärker auf benachteiligte Personengruppen ausrichten“, betonte Laumann. „Je höher der Bildungsabschluss, desto geringer die Armutsgefährdung. Deshalb
bringt die jetzige Landesregierung das Schulsystem auf Vordermann.“ Darüber
hinaus finanziere das Arbeitsministerium rund 4.800 jungen Menschen eine
Ausbildung. Positiv sei die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Innerhalb eines Jahres
ist die Arbeitslosenzahl von über einer Million auf jetzt rund 892.000 Menschen
zurückgegangen. Trotzdem: „Bei mehr als jedem sechsten Vollzeit-Alleinverdiener
mit minderjährigen Kindern reicht das Einkommen nicht aus, um dem Armutsrisiko zu
entgehen“, betonte Guntram Schneider. Weil die Beschäftigten Sicherheit vor
sittenwidrigen Löhnen brauchen, hat Minister Laumann die Tarifverträge im Wachund
Sicherheitsgewerbe und im Hotel- und Gaststättengewerbe für
allgemeinverbindlich erklärt. Damit sind über 200.000 Beschäftigte in NRW
nicht noch mehr von Armut bedroht.
Der aktuelle Sozialbericht ist zu finden unter www.mags.nrw.de

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