Gewalt bei der Rostocker Demonstration: Ratsmitglied Ludwig beschuldigt Polizei und Regierung

hro001.jpgMdR Ludwig hat die Auseinandersetzungen auf dem Kundgebungsplatz selbst miterlebt und hält die erichterstattung vieler Medien bezüglich der Ausschreitungen und der Teilnehmerzahl für verzerrt. Er sieht die Demonstration als einen Erfolg, weil trotz der Repress ionen im Vorfeld 80.000 Menschen nach Rostock gekommen sind.
„Die Politik der G8 ist so verhasst, dass sie das Volk nur durch eine polizeiliche Abriegelung einer anzen Region fernhalten können. Es darf nicht vergessen werden: die Gewalt in dieser Welt geht von S taaten und Konzernen aus, die für ihre Macht- und Profitinteressen Kriege führen und Verhältnisse zementieren, die für Hunderte Millionen Armut und Elend bedeuten.“
Nach Ludwigs Auffassung ist die aggressive Stimmung durch eine monatelange Kampagne geschaffen worden. Die G8-Gegner wurden in die Nähe von Gewalttätern und Terroristen gerückt. Die Hausdurchsuchungen vor wenigen Wochen waren gesetzeswidrig und reine Schikane. Während der gesamten Kundgebung in Rostock knatterte ein Hubschrauber so dicht über den Menschen, dass man kaum die Reden hören oder sich unterhalten konnte.

Ludwig erlebte die Übergriffe der Polizei auf dem Kundgebungsplatz:
„Die Polizei ist gegen 15 Uhr auf den Platz gestürmt und hat die Demonstration angegriffen. Dagegen haben s ich viele Tausend Menschen gewehrt, teilweise militant. Die Leute haben sich nicht spalten lassen sondern gemeinsam den Rückzug der Einsatzkräfte durchgesetzt und die Demonstration verteidigt. Dafür hat sich die Polizei ab ca. 17 Uhr ‚gerächt‘ und die gesamte Kundgebung mit Wasserwerfern und Tränengas attackiert. Ich habe beobachtet, wie ohne jede Rücksicht Wasserwerfer auf Menschenmengen losgerast sind.“
Ludwig ist der Meinung, dass die Polizeiführung mit ihrem aggressivem Vorgehen die Gesundheit der Demonstrationsteilnehmer und der eingesetzten Beamten gefährdet hat. Letztere wurden „verheizt“, indem sie immer wieder in aussichtslose Situationen geschickt wurden.
„Es stellt sich die Frage, ob die politischen Verantwortlichen absichtlich die Frustration unter den Beamten schüren wollten, damit diese an den kommenden Tagen umso härter durchgreifen.“

Das Verhalten einiger Demons tranten hat nach Ludwigs Auffassung leider der Polizei und den Regierenden in die Hände gespielt:
„Einige Aktionen hatten mit berechtigter Gegenwehr nicht zu tun. Wer ein einzelnes Polizeifahrzeug attackiert, Autos in Brand setzt, Feuerwehrleute angreift oder andere Demonstranten durch Steinwürfe aus den hinteren Reihen gefährdet, handelt verantwortungslos und hilft – gewollt oder ungewollt – Polizei und Politikern dabei, die Proteste zu kriminalisieren, Menschen vom Protest abzuschrecken und die Rostocker Bevölkerung gegen die G8-Gegner aufzubringen.“
„Ich fühlte mich streckenweise an Genua 2001 erinnert, als Polizei-Provokateure und Neonazis die Randale anheizten und Vorwände lieferten, die gesamte Demonstration mit polizeilicher Gewalt zu überziehen, wie es die Berlusconi-Regierung von vorneherein geplant hatte.“
Ludwig unterstützt die geplanten Blockaden gegen den G8-Gipfel in den nächsten Tagen:
„Ich wünsche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass sie es schaffen, effektive Blockaden durchzuführen und den Gipfel zu behindern und sich den polizeilichen Maßnahmen geschlossen und diszipliniert entgegenzustellen.“
Ludwig wird auf einer Veranstaltung der SAV (Sozialistische Alternative) am Dienstag, 12.6., zum 8-Gipfel und den Gegenaktionen sprechen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und findet im „Allerweltshaus“ statt (Körnerstr. 77-79, Ehrenfeld).

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Eine Antwort to “Gewalt bei der Rostocker Demonstration: Ratsmitglied Ludwig beschuldigt Polizei und Regierung”

  1. Das Erwartbare « Somlus Welt Says:

    […] nur spekulieren. Was das Thema “Deeskalation” angeht. Ich habe solche deeskalierenden Strategien der Sicherheitsbehörden oft genug erlebt. Im Kessel laufen zwischen voll ausgerüsteten […]


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