Graumarktgeschäfte

geschrieben von Peter Kleinert – gefunden in der SoZ – Sozialistische Zeitung, Juli 2007, Seite 08

Alle Medien berichteten von der Trennung von DaimlerChrysler. Der Bestsellerautor Jürgen Grässlin hat soeben sein neues Taschenbuch Abgewirtschaftet?! — Das Daimler-Desaster geht weiter (München: Knaur 2007, 9,95 Euro) veröffentlicht. Darin belegt der Autor mit erstmals veröffentlichten Dokumenten, wie DaimlerChrysler am eigenen Vertrieb vorbei Autos ins Ausland verkaufte und sich zugleich als Rüstungsriese auf dem Waffenmarkt platziert.
Bereits Jürgen Grässlins letzte Dokumentation von Macht und Intrigen der DaimlerChrysler AG, die er detailreich und akribisch im Bestseller Das Daimler-Desaster veröffentlichte, hatte den Konzern aus Stuttgart mächtig geärgert. Zeigt sie doch — schonungslos und erschütternd zugleich — den Verfall des einstigen schwäbischen Musterunternehmens zu einem Konzern, dem offensichtlich jede Moral abhanden gekommen ist.
Doch Versuche von DaimlerChrysler, das Erscheinen des Buches oder einzelner Inhalte zu verhindern, scheiterten durch umfassende Schutzschriften, die der Verlag bei den zuständigen Landgerichten einreichte. Zuletzt forderte der Rechtsanwalt des Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche ein Schmerzensgeld von nicht weniger als 50000 Euro.
Das nun vorliegende Werk ist eine überarbeitete und in Teilen stark erweiterte Neuauflage des Vorgängers. In Stuttgart scheint man nervös zu werden. Angesichts der vorliegenden Veröffentlichungen ist das auch wenig verwunderlich. Der Konzern geht nun mit massiven juristischen Schritten gegen den unbequemen Freiburger Autor vor.
Neben den Teilen, die ausführlich auf die gescheiterte Welt AG, das Produktdesaster und die Umstände des Rücktritts von Jürgen Schrempp eingehen, spielen drei Kapitel des über 350 Seiten starken Taschenbuchs eine herausragende Rolle. Nichts macht den moralischen Verfall des einstigen Vorzeigeunternehmens deutlicher als die hochbrisante Dokumentation systematisch betriebener Graumarktgeschäfte in den Kapiteln 5—7 des Buches.
Hier wurden über Jahre hinweg ganze Existenzen vernichtet. Der Verkauf von Pkw am eigenen Vertriebssystem vorbei wäre an sich wohl nicht mehr als verwerflich, würde hier nicht offensichtlich neben Vorgaben der Konzernführung auch noch EU-Recht gebrochen.
Zum einen sind DaimlerChrysler auf Grund einer Europäischen Richtlinie solche „Parallelmarktgeschäfte“ untersagt, zum anderen — und an dieser Stelle wird das Buch zum wahren Wirtschaftskrimi — verklagt der Konzern reihenweise Händler, die ihn angeblich zu Lasten der DaimlerChrysler AG betrogen haben sollen. Viele von ihnen, darunter auch der inzwischen vom BGH wiederholt freigesprochene ehemalige Spediteur Gerhard Schweinle, mussten und müssen noch heute dafür ins Gefängnis.
Die Hintergründe hierzu sind so tiefgreifend und folgenschwer, dass sich DaimlerChrysler veranlasst sieht, den bekannten Konzernkritiker gleich mehrfach auf Unterlassung von Aussagen über die mögliche Verwicklung des neuen Daimler- Vorsitzenden in Graumarktgeschäfte und dessen diesbezügliche Rolle als Zeuge in einem Strafprozess zu verklagen. Ob die Strategie des Konzerns, den Kritiker mundtot zu machen, aufgeht darf angezweifelt werden.
Denn Jürgen Grässlin argumentiert mit Fakten und belegt akribisch, wie Daimler über Jahre am eigenen Vertrieb vorbei Autos ins Ausland verkaufte. Mit Faksimiles und Aktennotizen wird diese Praxis im nun vorliegenden neuen Taschenbuch präzise dokumentiert. Brisant ist hier insbesondere die Frage, welche Rolle der damalige Vertriebsvorstand und heutige Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche dabei spielte. Dieser hatte am 9. Dezember 2002 bei seiner Zeugenvernehmung vor dem Landgericht Stuttgart Angaben zu Graumarktgeschäften der DaimlerChrysler AG und der Firmengruppe Schweinle gemacht.
Aus Konzernsicht sicherlich ebenso unerquicklich müssten Grässlins Recherchen über die Verwicklung des Autokonzerns in moralisch bedenkliche Waffenproduktion sein. So dürfte vielen Mercedes-Fahrern bisher nicht bewusst sein, dass der Daimler-Stern nicht nur die Kühlerhauben von Luxuslimousinen ziert. DaimlerChrysler, so Grässlins Vorwurf, ist über seine 15%ige Beteiligung am zweitgrößten europäischen Rüstungsgiganten EADS zugleich „der größte deutsche Rüstungsproduzent und – exporteur“.
Die von ihm mitinitiierte Mercedes- Boykottaktion „Wir kaufen keinen Mercedes. Boykottiert Streumunition!“ zeigt den Leserinnen und Lesern eine weitere Schattenseite auf: Daimler als Mitproduzent von Streumunition, Atomwaffenträgern, Militärhubschraubern und Kampfjets. Mit Grässlins Buch und dem möglichen Verlust Abertausender Mercedes-Kunden — die sich zukünftig Fahrzeuge von rüstungsfreien Konzernen kaufen — muss der Daimler-Vorstand abwägen, wie viele verlorene Autokäufer ihm das eigene „Rüstungs-Desaster“ wert ist.
Jürgen Grässlin hat sich mit seiner inzwischen über 15 Jahre andauernden unermüdlichen Recherchearbeit zu einem der profiliertesten Kenner der DaimlerChrysler AG entwickelt. Das in weiten Teilen spannend zu lesende Buch ist Ergebnis dieser akribischen Arbeit, die in großen Teilen von einem inzwischen offensichtlich wachsenden Netzwerk von Informanten gespeist werden dürfte.
Jürgen Grässlin treibt die Suche nach der Wahrheit. Das mag für viele heutige Opfer am Ende lediglich eine Genugtuung sein. Für einige Manager dürfte es weit mehr bedeuten. Bleibt zu hoffen, dass sich für die hochbrisanten, akribisch recherchierten Machenschaften des Stuttgarter Konzerns endlich Staatsanwaltschaften und Gerichte sowie — nicht minder wichtig — ein paar mutige Journalisten interessieren.

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Atomkraftwerke sind sicher oder auch nicht

Heute am 28. Juni 2007 wurden gleich zwei deutsche (ich erwähne das, weil das ja angeblich die sichersten der Welt sind) Atomkraftwerke heruntergefahren und vom Netz genommen.
Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Krümmel im schleswig-holsteinischen Geesthacht hat heute ein großer Transformator neben dem Reaktorgebäude gebrannt.

Und wie üblich habe natürlich weder eine Gefahr für den Nuklearbereich bestanden noch für die Bevölkerung. Radioaktive Substanzen seien sowieso keine freigesetzt worden. Boah, echt noch mal Glcük gehabt. Gut dass unsere Atomkraftwerke so sicher sind. Sollte doch Radioaktivität freigesetzt worden sein, werden das wohl zuerst die mehreren hundert Feuerwehrleute merken, die zur Brandbekämpfung eingesetzt wurden. Aber ob sich dann noch einer erinnert woher seine Leukämie stammen könnte?

Achja außerdem:  In Brunsbüttel an der Elbmündung hatte es einen Kurzschluss in einem Umspannwerk gegeben, weswegen auch dieses Atomkraftwerk abgeschaltet wurde. Um 13.10 kam es in Brunsbüttel zu einem Kurzschluss am Umspannwerk, wo der Strom aus dem Kraftwerk in das Netz übergeben wird. Daraufhin wurde die Schnellabschaltung eingeleitet.

Hier wurde nicht mal über eine Gefährdung der Menschen und der Umwelt geredet. Da alle guten Dinge drei sind, fehlt uns in Norddeutschland jetzt eigentlich nur das Atomkraftwerk in Brokdorf. Aber egal, selbst wenn es explodiert und sich der Atomkern zum Erdmittelpunkt durchbrennen sollte, es besteht garantiert auch dann keine Gefahr für die Bevölkerung, denn deutsche Atomkraftwerke sind schließlich sicher! 😉

Irrweg „Kommunal-Kombi“ – Handwerk auf der Seite der Erwerbslosen

Chemnitz (ots) – Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, hat heftige Kritik am neuen Kombilohnmodell der Bundesregierung gegen die Langzeitarbeitslosigkeit geübt. Es sei egal, ob die Programme „Ein-Euro-Job“ oder „Kommunal-Kombi“ genannt würden, sagte Kentzler der Chemnitzer „Freien Presse“ (Donnerstagausgabe) und hat damit durchaus erkannt, dass Müntefering dem Kind nur einen anderen Namen geben will. Wie bereits vor ihm unzählige Erwerbsloseninitiativen wie z.B. „Die KEAs e.V.“ erklärte er, dass dies keine Brücken in den ersten Arbeitsmarkt seien, sondern die reguläre Beschäftigung gefährdeten. So hätten Studien ergeben, dass jeder zweite Ein-Euro-Jobber nicht im Sinne des Gesetzgebers tätig sei und Arbeit verrichte, die im öffentlichen Interesse läge.
Kentzler geht davon aus, dass es auch beim „Kommunal-Kombi“ zu derartigen Fehlsteuerungen kommen werde. „Förderprogramme für den zweiten oder dritten Arbeitsmarkt sind für die Handwerksbetriebe eine Zumutung“, betonte der ZDH-Präsident. Dieser „Irrweg“ sollte schleunigst gestoppt werden. Auch Langzeitarbeitslose könnten auf den ersten Arbeitsmarkt integriert werden.

Kommunal-Kombi um die Arbeitslosenzahl bis zur Bundestagswahl 2009 zu drücken

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering hat einen neuen Kombilohn vorgeschlagen, mit dem 100.000 Langzeitarbeitslose in Regionen mit besonders hoher Erwerbslosigkeit eine gemeinnützige Anstellung finden sollen.Eckpunkte des Konzepts für den je zur Hälfte vom Bund und von den Kommunen zu finanzierenden „Kommunal-Kombi“ legte der SPD-Politiker am Mittwoch im Kabinett vor.

Regierungssprecher Thomas Steg sagte, Müntefering habe für das Konzept grünes Licht vom Kabinett bekommen. Der Minister brachte einen Mindestlohn von etwa acht Euro pro Stunde für die Beschäftigung der Langzeitarbeitslosen ins Gespräch. Das Konzept soll sich auf 85 Regionen mit einer Arbeitslosenquote von über 15 Prozent beschränken. Davon würde vor allem der Osten profitieren.

Müntefering sagte, im Kabinett sei das Konzept gut aufgenommen worden. „Im übrigen ist der Vorschlag so vernünftig, dass da kein Widerspruch zu erwarten war„, sagte der Vizekanzler, der sein Konzept vor Journalisten gemeinsam mit Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erläuterte, dem Beauftragten der Bundesregierung für den Aufbau Ost.

BUNDESZUSCHUSS VON 1,7 MILLIARDEN EURO GEPLANT

Gefördert werden sollen gemeinnützige, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bei „Kommunen oder gemeinwohlorientierten Unternehmen“ für die Dauer von drei Jahren. Die Lohnhöhe müsse tariflichen oder ortsüblichen Gehältern entsprechen. Als Beispiele nannte Müntefering Aushilfen in öffentlichen Büchereien oder Begleiter in Schulbussen. In den Jahren 2008 und 2009 sollen so jeweils 50.000 Langzeitarbeitslose einen Job finden, der reguläre Arbeitsplätze aber nicht gefährden darf.

Finanziert werden soll dies von den Kommunen. Der Bund will einen Zuschuss (Kommunal-Kombi) in Höhe der Hälfte des Bruttolohns zahlen, höchstens aber 500 Euro. Das ergäbe bei einem Monatsgehalt von 1000 Euro und 30 Wochenstunden einen Stundenlohn von über acht Euro. „Die untere Grenze wären schon acht Euro„, sagte Müntefering. Für seinen Zuschuss stelle der Bund bis Ende 2012 rund 1,7 Milliarden Euro sowie 300 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds bereit.

Ziel sind laut Müntefering nicht Phantomarbeitsplätze, sondern Jobs im gesellschaftlichen Interesse. „Es gibt genug Arbeit, die in den letzten drei oder fünf Jahren nicht getan worden ist„, ergänzte Tiefensee. Eine Verdrängung regulärer Arbeitsplätze befürchte er nicht: „Die Kommunen sind da sehr erfinderisch, ohne den ersten Arbeitsmarkt zu gefährden.“ Und wenn sie dafür wie in Köln über Jahre hinweg Stellen im Grünflächenamt streichen oder unbesetzt lassen. Da Köln aber nicht unter die Förderbedingungen fallen wird, „müssen“ hier halt 1-Euro-„Jobber“ die Arbeit erledigen, die absichtlich liegen gelassen wird.

Profitieren sollen davon Regionen, die weniger als andere Gebiete am derzeitigen Rückgang der Arbeitslosenzahl teilhaben. Diese liegen überwiegend im Osten Deutschlands. Das Konzept soll aber auch westdeutschen Regionen wie Bremerhaven, Gelsenkirchen, Dortmund, Duisburg und Kassel zugute kommen.

Aus den Fraktionen gab es Zustimmung für das Vorhaben. Unions-Arbeitsmarktexperte Ralf Brauksiepe sagte Reuters: „Ich sehe das im Grundsatz positiv.“ In der Koalitionsarbeitsgruppe sei abgesprochen worden, dass es ein zusätzliches Angebot für diese Regionen geben solle. Über die Details müsse nun gesprochen werden. SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner erklärte: „Damit werden Regionen mit besonders hoher Arbeitslosigkeit unterstützt, um den Menschen in den Regionen eine Perspektive zu geben und um Abwanderung zu vermeiden.“

4 Cent vom ALG II übrig – Hartz IV bringt Quote

Köln (ots) – Das Hartz IV-Projekt von RTL, in dem der Reporter Torsten Misler einen Monat lang unter den eingeschränkten Bedingungen eines Arbeitslosengeld II-Empfängers mit 345 Euro gelebt hatte, geht an diesem Mittwoch zu Ende. Misler, der für den Zeitraum seines Selbstversuchs in einer 1-Zimmer-Wohnung in Berlin-Marzahn gelebt hatte, brauchte dabei das ihm zur Verfügung stehende Geld komplett auf. Am Ende blieben ihm von den 345 Euro noch genau 4 Cent übrig. Tja und die muss er wegsparen falls die Waschmaschine kaputt geht oder er nen neuen Schlüpfer braucht oder … An vielen Kleinigkeiten kann man sehen, dass ein Versuch über 4 Wochen nicht ausreichend zeigt, dass das ALG II zu gering ist, aber darum ging es RTL ja auch gar nicht. (siehe unten)

Torsten Misler: „Ich habe in den vier Wochen ein Gespür dafür bekommen, mit wie vielen Einschränkungen und Ausgrenzungen ein Leben mit Hartz IV verbunden ist. Ich habe eine Mutter kennen gelernt, die zwei Jahre lang für den Schulbeginn ihres Kindes sparen musste, Menschen, die aus Scham und Verzweiflung kaum noch ihre Wohnung verlassen, Ältere, die sich einfach nicht mehr gebraucht fühlen. Was mich vor diesem Hintergrund besonders beeindruckt hat, war die Solidarität und die große Hilfsbereitschaft der Betroffenen untereinander, die ich erleben durfte.

Die RTL-Nachrichtensendungen hatten regelmäßig über das Projekt berichtet. Insgesamt liefen dazu rund 100 Beiträge, verteilt über sämtliche Newssendungen von „Punkt 6“ bis zum „RTL Nachtjournal“. Das Hartz-IV-Special auf dem Internetportal rtlaktuell.de kommt auf insgesamt rund eine Millionen Pageimpressiones. Besonders bemerkenswert dabei: Rund 5000 User haben – teilweise regelmäßig – Einträge in Torsten Mislers Blog vorgenommen und sich auf diese Weise mit ihm unterhalten. Weitere 5000 User tauschen sich seit Beginn des Projekts im eigenen Hartz IV-Forum aus und geben sich gegenseitig Tipps etwa im Umgang mit Behörden oder beim Sparen.

RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel: „Das Hartz-IV -Projekt ist sowohl in unseren Nachrichtensendungen als auch auf unserem Internetportal auf großes Interesse gestoßen. Das Feedback dazu war insgesamt sehr lebendig und positiv und hat uns gezeigt, wie groß der Bedarf vieler Betroffenen ist, sich über ihre Lebensbedingungen und ihre Chancen auszutauschen, einen Arbeitsplatz zu finden. Mit dem Erfolg dieses Projekts sehen wir uns darin bestätigt, die Lebenswirklichkeit der Menschen immer wieder in unseren Nachrichtenprogrammen abzubilden und uns intensiv um die Themen zu kümmern, die unseren Zuschauern am Herzen liegen. Wir werden deshalb direkt im Anschluss an das Hartz-IV-Projekt auf diesem Wege weitermachen und im Juli eine auf zunächst vier Wochen angelegte RTL-Ausbildungsoffensive starten. Dabei wollen wir jungen Menschen bei der Suche nach einer Lehrstelle helfen und ihre Erfahrungen mit der Kamera aufzeichnen.“

Siebenschläfer – Siebenschläfertag

Der Siebenschläfertag, der früher am 27. Juni gefeiert wurde, ist heute nur noch als Lostag für das Wetter einigen Menschen bekannt: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag” oder „Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen” oder „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass” oder „Regnet’s am Siebenschläfertag, es sieben Wochen regnen mag” oder „Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen”.

Der eigentliche Gedenktag ist aber nicht der 27. Juni sondern ungefähr der 7. Juli, denn die Wetterregel wurde vor der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 aufgestellt, die zehn Tage ersatzlos gestrichen hat.

Die Sage:

Lange sind die Siebenschläfer als Heilige verehrt worden. Sie sind durch eine Legende in Erscheinung getreten, die Gregor von Tours (538 – 594) erstmals ins Lateinische übersetzt hat. Danach hatten sich in Ephesus sieben junge Christen – in griechischer Tradition Achillides, Diomedes, Eugenios, Kyriakos, Probatos, Sabbatios und Stephanos, in lateinischer Tradition Constantinus, Dionysius, Johannes, Malchus, Martinianus, Maximianus und Serapion – im Jahr 251 bei einer Verfolgung unter Kaiser Decius (249 – 251) in einer Berghöhle in Sicherheit gebracht. Dort wurden sie von ihren Häschern entdeckt, eingemauert und schliefen 195 Jahre. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf, um den Glauben an die Auferstehung der Toten zu bezeugen, und starben wenig später. Die Legende, schon im 5. Jahrhundert literarisch fassbar, existiert in der Ostkirche in mehreren syrischen und griechischen Varianten und wurde zudem in andere orientalische Sprachen übersetzt. Sie fand neben anderen Legenden – mit Veränderungen – auch Eingang in den Koran (18. Sure). Legende und Kult der Siebenschläfer wurden in Deutschland während der Kreuzzugs- und Barockzeit populär. Bis in das 18. Jahrhundert hat es im Bistum Passau in Eichendorf, Pildenau und Rotthof Wallfahrten zu den heiligen Siebenschläfern gegeben. In Rotthof, an der Straße von Passau nach Eggenhofen gelegen, hat der berühmte Rokoko-Stukkateur Johann Baptist Modler aus Kößlarn 1758 die Berghöhle mit den Siebenschläfern nachgebaut. Von den Gläubigen wurden die Siebenschläfer als Patrone gegen Schlaflosigkeit (!) und Fieber angerufen.

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101

Im digitalen Zeitalter wird ja alles in einsen und nullen gespeichert. Daher ist es mir nun eine große Freude diesen 101. Beitrag einzustellen. Jubelfeiern gibt es dafür natürlich nicht, aber wenn ich dran denke, wie schwierig der Start war.

Mittlerweile fühle ich mich schon recht wohl in dieser Welt und bin fest davon überzeugt hier weiter zu machen.

Kafi von Cers

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