Metro stiehlt sich aus der Verantwortung

Münster (ots) – Hunderte von ArbeiterInnen der Textilfabrik R.L. Denim in Chittagong, Bangladesch sitzen auf der Straße, weil Metro seine Aufträge von einem Tag auf den anderen bei der Fabrik gestoppt hat. Dies war die erste Reaktion von Metro auf elementare Arbeitsrechtsverletzungen, u.a. der Tod vor Erschöpfung einer 18jährigen Näherin, der im Mai bekannt geworden ist. „Metro betreibt damit ein „cut & run“, stiehlt sich aus der Verantwortung statt dafür zu sorgen, dass sein Lieferant Sozialstandards umsetzt„, so Gisela Burckhardt von der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC). Die Gewerkschaft NGWF (National Garment Workers Federation) in Bangladesch, mit der die CCC in engem Kontakt steht, sandte einen verzweifelten Hilferuf an die CCC: „Die Fabrik ist seit 12. Mai geschlossen. Seit fast vier Wochen erhalten die ArbeiterInnen keine Löhne mehr und sind verzweifelt. Trotz der vielen Verstöße gegen Arbeitsrechte, ist dieses Fortlaufen vor der Verantwortung das Schlimmste, was Metro tun kann.

Inzwischen hat die Fabrikleitung eine Reihe von Verbesserungen versprochen und teilweise eingeleitet. Statt dieses Verhalten zu belohnen, zeigt sich Metro hart und vergibt keine neuen Aufträge. Ein Brief der CCC an Metro-Vorsitzenden Cordes vom 20. Mai blieb bisher unbeantwortet. „Für die Verhandlungen über den Kauf der Karstadt-Warenhäuser gibt es scheinbar unbegrenzt Zeit. Die Arbeits- und Menschenrechte werden hinten angestellt. Das Nichtreagieren von Metro unterstreicht das Desinteresse am Schicksal der ArbeiterInnen, die Jahre lang für Metro unter schlimmsten Bedingungen gefertigt haben„, so Maik Pflaum von der CCC. Die ArbeiterInnen können nicht länger warten. Sie brauchen einen Lohn, um leben zu können. Metro muss unverzüglich neue Aufträge platzieren und seine soziale Verantwortung wahrnehmen, d.h. Preise zahlen, die eine Umsetzung von Sozialstandards ermöglichen. Stattdessen gibt Metro an, zu prüfen, und lässt sich viel Zeit dabei.

Polizeieinsatz in Kölner ARGE

Ca. 15 KEAs begleiteten am Vormittag eine betroffene Frau, die mit ihrer Tochter monatelang mit Sanktionen wegen Nichtigkeiten und ggf. sogar rechtlicher Fehlentscheidungen drangsaliert wurde und der zu allem Übel jetzt ihr Folgeantrag gar nicht bearbeitet worden ist. Mutter und Tochter waren mittellos.
Und weil es sich offenbar herum gesprochen hat, dass es in Köln gerade in Sachen ‘HartzIV’ eine logistisch gute Vernetzung und solidarische Schlagkraft gibt, wurde sich die Betroffene ihrer persönlichen Mitgliedschaft jener Selbsthilfevereinigung bewusst, trat erst in Kontakt und dann gemeinsam mit anderen KEAs in Aktion.Über eine eigens eingerichtete Mailinglist mit immerhin ca. 50 Mitgliedern, ließen sich binnen zweier Tage etwa 15 Leute mobilisieren. Dies gehört zu den Prinzipien der „Meute“, wie sie sich selber nennt, wenn es um einen ‘Termin ohne Termin’ geht, weil die so genannte Eingangszone zum stundenlangen Warten, zum Abwimmeln, zum Hin- und Fernhalten oder zum Verarschen der Betroffenen installiert wurde. Zu viele Betroffene werden einfach immer wieder abgewiesen und in Notlagen (z.B. Mittellosigkeit) schlicht ohne Geld oder bestenfalls mit einem Lebensmittelgutschein fort geschickt.Und was so eine richtige Meute ist, die ist selbstverständlich auch auf Beute aus. Heute sollte Bargeld fließen. Und zwar alles!

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auch heute in der ARGE Köln-Mitte:
1. Akt
Eine Hartz-IV-Geschädigte versuchte mit Hilfe eines Beistandes eine ihr zustehende Barzahlung zu erhalten. Dies gelang nicht.
Die nächsten Akte hier: http://www.die-keas.org/node/274