Düsseldorf (ots) – Der SPD-Vordenker und frühere SPD-Entwicklungshilfeminister unter Bundeskanzler Willy Brandt, Erhard Eppler, begrüßt den Parteiaauschluss von Wolfgang Clement.
„Bewusst parteischädigendes Verhalten ist in der Geschichte der SPD immer so gehandhabt worden„, sagte Eppler der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Ich halte die Entscheidung für nachvollziehbar.“ Wolfgang Clement habe sich mit seinen parteikritischen Äußerungen im Vorfeld der hessischen Landtagswahl selbst ins Abseits gestellt. „Ein Mann, der in fast allen wichtigen Punkten anderer Meinung ist als seine Partei, braucht nicht mehr Parteimitglied zu sein.“























31. Juli 2008 um 7:40
Saarbrücken (ots) – Der drohende Rauswurf des einstigen Vize-Vorsitzenden Wolfgang Clement aus der SPD wird der Partei nach Einschätzung von Forsa-Chef Manfred Güllner weitere Sympathieverluste in der Bevölkerung bescheren. „Das ist für die SPD katastrophal. Denn Clement hatte als Bundeswirtschaftsminister hohes Ansehen“, sagte Güllner der „Saarbrücker Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).
„Wenn ein Mann mit so hohem Ansehen aus der Partei vertrieben werden soll, dann muss man am Verstand der dafür Verantwortlichen zweifeln“, meinte Güllner. Das würden auch viele Wähler so empfinden.
Das Forsa-Institut sieht die SPD gegenwärtig bei nur noch 21 Prozent der Wählerstimmen. Ein weiterer Rückgang sei nicht ausgeschlossen, so Güllner.
31. Juli 2008 um 7:37
Berlin (ots) – Klaus Ernst übertreibt, wenn er die SPD auffordert,
nun auch gleich noch Gerhard Schröder und Franz Müntefering
rauszuschmeißen. Auf die Idee kann man kommen. Aber sie unterstellt,
dass Wolfgang Clement wegen seiner neoliberalen Haltung gestraft
werden soll. Freilich, in seinem eigenen Landesverband hatte Clement
immer einen Teil seiner schärfsten Kritiker. Aber die Begründung der
Schiedskommission lautet: parteischädigendes Verhalten.
Bisher gilt es nicht als parteischädigend, die Agenda 2010 erfunden
und umgesetzt zu haben, weshalb auch keiner ihrer Protagonisten dafür
ausgeschlossen werden kann. Schröder und Müntefering werden sogar
gefeiert, wenn sie sich vor ihrer Basis sehen lassen. Und Clement
verkörpert praktisch die sozialdemokratischste aller Tugenden:
Standhaftigkeit. Womöglich versteht er nun die Welt nicht mehr, da er
mit dem indirekten Aufruf zur Wahl von Koch statt Ypsilanti letztlich
nur einen Vertreter der eigenen Art präferierte, um die Partei vor
einem Linksruck zu bewahren.
Clement bot jedoch einen willkommenen Anlass zur Eigentherapie der
SPD. Wahrscheinlich ist er ein bisschen ehrlicher als Schröder und
Müntefering. Insofern ist der Ausschluss ungerecht,
hauptverantwortlich für den Niedergang seiner Partei sind eher sie,
da hat Klaus Ernst schon Recht. Wie gemein: Immer hat sich Clement
gesorgt, dass die SPD die politische Mitte verlassen könnte. Nun
schickt sie ihn durch selbige.
Originaltext: Neues Deutschland
31. Juli 2008 um 7:32
Köln (ots) – Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, hat den geplanten Ausschluss des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement aus der SPD als Fehler bezeichnet. „Die SPD tut sich damit überhaupt keinen Gefallen, weil Wolfgang Clement für eine bestimmte politische Richtung in der SPD steht„, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger online“. „Sein Rauswurf wäre ein Symbol dafür, dass diejenigen, die einen nüchternen, realistischen, wirtschaftsfreundlichen Kurs vertreten, in der SPD keine politische Heimat mehr haben.“ Bosbach hält einen Übertritt Clements zur CDU für denkbar: „Was seine wirtschafts- und ordnungspolitischen Vorstellungen angeht, gibt es viele Übereinstimmungen mit der Union. Das ist richtig. Aber ob sein Herz jetzt für die Union schlägt, das muss Herr Clement selbst entscheiden. Die Union freut sich über jedes neue Mitglied, das zu unseren politischen Überzeugungen steht.“ Es wäre aber „nicht gut, wenn in dieser Situation Avancen gemacht würden„.
31. Juli 2008 um 5:25
Quelle: http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/clement-hat-sich-entschieden/
31. Juli 2008 um 5:21
39 Jahre war er SPD-Mitglied. Dann wurde er, wegen parteischädigenden Verhaltens, ausgeschlossen, weil er der SPD in dem harten Wahlkampf in Hessen in den Rücken gefallen sei. „Ich war 39 Jahre lang einer der aktivsten Mitglieder der SPD„, kommentierte er bitter. Und: „Ich werde diesen Rausschmiss nicht widerstandslos hinnehmen.“
Dies schrieb nicht der Agenda-2010-Vertreter Wolfgang Clement, sondern der SPD-Linke Detlev von Larcher, den die SPD vor drei Monaten vor die Tür setzte. Von Larcher hatte in einem Leserbrief an die FAZ dazu ausgerufen, in Hessen für die Linkspartei zu votieren, um so Druck auf die SPD zu machen, endlich die Agenda-Politik zu beenden.
31. Juli 2008 um 5:19
39 Jahre war er SPD-Mitglied. Dann wurde er, wegen parteischädigenden Verhaltens, ausgeschlossen, weil er der SPD in dem harten Wahlkampf in Hessen in den Rücken gefallen sei. „Ich war 39 Jahre lang einer der aktivsten Mitglieder der SPD„, kommentierte er bitter. Und: „Ich werde diesen Rausschmiss nicht widerstandslos hinnehmen.“
Dies schrieb nicht der Agenda-2010-Vertreter Wolfgang Clement, sondern der SPD-Linke Detlev von Larcher, den die SPD vor drei Monaten vor die Tür setzte. Von Larcher hatte in einem Leserbrief an die FAZ dazu ausgerufen, in Hessen für die Linkspartei zu votieren, um so Druck auf die SPD zu machen, endlich die Agenda-Politik zu beenden.
31. Juli 2008 um 4:49
Rainer Wend ist empört über Clement-Rauswurf „Unfassbar und grotesk„
Düsseldorf (ots) – Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, hat sich empört über den Rauswurf des früheren SPD-Vize Wolfgang Clement aus der Partei geäußert. „Das ist unfassbar und grotesk„, sagte Wend der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Dass ein solch „verdienter Politiker“ wegen kritischer Äußerungen aus der Partei ausgeschlossen werde, sei ein „verheerendes Signal„, so Wend.
Die NRW-Schiedskommission griff Wend scharf an. „Eine völlig unfähige Entscheidung. So wenig Souveränität hätte ich der Kommission nicht zugetraut.„
31. Juli 2008 um 4:45
Pofalla: Parteiausschluss Tiefpunkt für SPD
Köln (ots) – CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat den Ausschluss des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement aus der SPD scharf kritisiert und als Absage an die Agenda 2010 gewertet. „Es wird gnadenlos alles aussortiert, was mit den Reformen der Agenda 2010 zu tun hat, nicht nur programmatisch, sondern auch personell„, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag-Ausgabe). “ Sogar vor einem ehemaligen stellvertretenden Parteivorsitzenden und NRW-Ministerpräsidenten wird nicht halt gemacht. Frau Ypsilanti lässt man gewähren, Herrn Clement schließt man aus. Das ist ein partei-politischer Tiefpunkt für die SPD. „