Urteil gegen ARGE-Schnüffler

Essen – Arbeitslosengeld 2 -Empfänger müssen die Besichtigung ihrer Wohnung nicht dulden. Dies entschied das Landessozialgericht NRW rechtskräftig bereits am 19. Dezember letzten Jahres. Das Dulden eines Hausbesuchs vom Amt wird von den Mitwirkungspflichten des Sozialgesetzbuchs 1 nicht erfasst. Zudem existiere keine gesetzliche Grundlage, nach der es einem Arbeitssuchenden obliegt, Zutritt zu seiner Wohnung zu gewähren. Der hier klagende ALG 2-Empfänger hatte Beschwerde gegen eine anders lautende Entscheidung des Sozialgericht Detmold eingelegt und vom Essener Landessozialgericht Recht bekommen.

“Es gibt jedoch keine Rechtsnorm, die dem Antragssteller auferlegt, die Besichtigung seiner Wohnung zu dulden.”

Die Essener Richter entschieden, dass Eingriffe in Grundrechte stets einer gesetzlichen Grundlage bedürfen. Für die Unverletzlichkeit der Wohnung gilt Artikel 13 Abs. 7 Grundgesetz. Es existiert, wie erwähnt, keine gesetzliche Grundlage, nach der es einem Arbeitsuchenden obliegt, Zutritt zu seiner Wohnung zu gewähren. Spezielle Mitwirkungsobliegenheiten hat die Gesetzgebung vor dem Hintergrund des Rechts auf körperliche Unversehrtheit (Art. 1 Abs. 2 Satz 1 GG) insbesondere für körperliche Untersuchungen vorgesehen (§ 62, § 65 Abs. 2 SGB I), nicht jedoch eine Regelung geschaffen, die einen Eingriff in Artikel 13 GG rechtfertigt.

(Az.: LSG NRW L 7 B 284/07 AS ER)

Clement eng mit CDU-Politikern verbunden

Hamburg (ots) – Der frühere SPD-Vizevorsitzende Wolfgang Clement ist auch geschäftlich enger mit CDU-Politikern verbunden, als bisher bekannt. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, ließ sich der Ex-Wirtschaftsminister unlängst zum Beiratsvorsitzenden der Firma PKS Wirtschafts- und Politikberatung GmbH in Berlin berufen. Je ein Drittel der Gesellschafteranteile der PKS gehören den beiden früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Rolf Bietmann und Friedhelm Ost. Dritter Gesellschafter ist Clements ehemaliger Staatssekretär Georg Wilhelm Adamowitsch.

Als Beiratsmitglied hat Clement bei PKS laut Gesellschaftsvertrag Anspruch auf eine „angemessene Vergütung“, die die Gesellschafter jährlich „unter Berücksichtigung des Jahresergebnisses“ bestimmen. Die Firma wirbt zum Beispiel bei Versorgungsunternehmen mit Clements Namen und dem Angebot „politischer Hilfestellung“.? Die Geschäftsführer der PKS sind zwei aktive CDU-Politiker, zum einen der CDU-Kreistagspräsident von Nordwestmecklenburg Ulrich Born, zum anderen der CDU-Ortsvorsitzende von Berlin-Wilmersdorf, Stefan Evers. Neben Clement und zwei ehemaligen SPD-Politikern dienen im PKS-Beirat auch die beiden derzeitigen CDU-Bundestagabgeordneten Michael Fuchs und Otto Bernhardt.? Clement äußerte sich am Montag auf Anfrage des stern nicht zu seiner Tätigkeit bei der PKS.

Quelle: stern
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