Erziehungscamps als Lösung

Cottbus (ots) – Die harte Hand des Gesetzes will durchgreifen. Amerika macht es ja vor: Also ab mit jugendlichen Straftätern in ein Erziehungscamp. Am besten auf der grünen Wiese, mit Zaun drum herum,
mit Aufsehern oder wenigstens Sozialarbeitern, die dann in ein paar Wochen das ausbügeln, was über Jahre hinweg bei potenziellen Camp-Kandidaten versäumt wurde. Schon abenteuerlich, auf welche Ideen
Politiker kommen, wenn sie nicht mehr weiterwissen, wenn sie aktionistisch und populistisch den Bürgern weiß machen wollen, mit aller Macht für Recht und Ordnung sorgen zu können.
Wie wäre es denn mit Erziehungslagern für Eltern, die ihre Kinder verwahrlosen lassen? Oder für Politiker, die den Wählerauftrag schon lange aus den Augen verloren haben? Im Ernst: Man darf gespannt sein, wie das „therapeutische Gesamtkonzept“ aussehen wird, das der Union für solch ein Camp der jugendlichen Verlierer vorschwebt. Wie wäre es denn damit: Mehr Geld für Schulen und Polizei, mehr Mittel für die Jugendhilfe, für Freizeitzentren und Sozialarbeiter in den Vorstädten, mehr Ausbildungsplätze und mehr gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein für den Nachwuchs – das wäre ein guter Weg, um Jugendliche erst gar nicht ins kriminelle Milieu abrutschen zu lassen.
Strafen für Gewalttäter gibt es genug. Drill und hohe Zäune machen jedenfalls keine besseren Menschen – Erziehungscamps kosten nur viel Geld, das woanders dringender gebraucht wird und mehr Nutzen bringen
könnte.

Originaltext:         Lausitzer Rundschau

Mehrheit für Mindestlohn

Hamburg (ots) – Die überwältigende Mehrheit der Deutschen befürwortet die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern sprachen sich 71 Prozent der Befragten dafür aus. Nur 25 Prozent sind dagegen. Sogar 59 Prozent der Unions-Wähler wünschen eine gesetzliche Lohn-Untergrenze.

Geteilter Ansicht sind die Befürworter, ob es einen generellen Mindestlohn für alle oder nur einen branchenbezogenen geben sollte. Die eine Hälfte (49 Prozent) zieht einen allgemein gültigen Mindestlohn vor. Die andere (50 Prozent) würde es lieber sehen, wenn jede Berufsgruppe den Mindestlohn nach ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten festsetzt.

Datenbasis: 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 19. und 20. Dezember 2007. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte, Auftraggeber: stern, Quelle: Forsa-Institut.